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Die Seele und ihr Mechanismus, Seite 138 ff. (engl.) |
Rückenmarkssystem.
Die niederen Formen des Psychismus sind am häufigsten in Tieren und sehr unintelligenten Menschen zu finden. Hysterischer und falsch regulierter Psychismus ist eine Folge geringer Gehirnentwicklung und des vorherrschenden Einflusses des sympathischen Systems, da die grossen und kernbildenden Ganglienzellen in diesem System einen sehr grossen Anteil ätherischer Materie enthalten und leicht von den gröberen astralen Schwingungen beeinflusst werden.» (Powell, A. E.: The Etheric Double (Das ätherische Doppel), S. 109, 103) Es ist oft bemerkt worden, dass Katzen und Hunde und tiefstehende Menschen häufig das sehen und hören können, was der normale und intelligentere Mensch nicht registriert. Diese Fähigkeit ist jedoch unbewusst, und der Mensch ist häufig ein Opfer von Halluzination. Der Heilige und der Hellseher sehen und hören ebenfalls, aber ihre Fähigkeiten werden nach Willen gebraucht und stehen gänzlich unter ihrer Kontrolle. Ein grosses Forschungsgebiet eröffnet sich allen psychischen Forschern hinsichtlich dieser Dinge, und wenn die Hypothese des vitalen Körpers und der Zentren anerkannt wird, mag viel wirkliches Wissen erlangt werden. Es wird seitens der Lehrer der östlichen Wissenschaft der Seele behauptet, dass das Erwachen der verschiedenen Zentren Zustände von subtilerer Materie als der physischen offenbart. Der geistige Mensch befasst sich jedoch hauptsächlich mit den Zentren oberhalb des Zwerchfells, da sie Fähigkeiten wie spirituelle Wahrnehmung, richtiges Verständnis für die Mitmenschen und rechte Auslegung derselben verleihen, so dass wir wie Christus wissen, was im Menschen ist, und verstehen können, warum ein Mensch so ist, wie er ist, und so handelt, wie er es tut. Die Kraft der Inspiration, die [139] höchste aller Fähigkeiten, wirkt sich als Inspiration zu schöpferischer Arbeit vermittels des Kehlzentrums und als menschenfreundliche Unternehmen vermittels des Herzzentrums aus. Die zweite Wirkung, auf welche diese Gruppe Anspruch erhebt, ist die Übertragung der Kraft von den Zentren unterhalb des Zwerchfells zu denjenigen oberhalb desselben. Durch Evolution und die Wirkung von Meditationsarbeit kann der Mensch bewusst durch seine drei hauptsächlichen Zentren (Kopf-, Herz-, Kehlzentrum) funktionieren und es den drei niederen Zentren (am unteren Ende der Wirbelsäule, Sakral- und Sonnengeflechtszentrum) überlassen, ihre normale Funktion auszuüben, den Körper automatisch mit Energie zu versorgen, so dass der Verdauungsapparat und das Fortpflanzungssystem und gewisse Aspekte des Nervenmechanismus ihre Arbeit durchführen können. Nach dieser Theorie lebt die Mehrzahl der Menschen «unterhalb des Zwerchfells», und die Lebenskraft ist im rein animalischen und Empfindungsleben konzentriert. Das Geschlechts- und das Gefühlsleben sind vorherrschend, und die ganze Kraft, die in das sakrale Zentrum hinein und durch dasselbe und durch das Sonnengeflechtszentrum fliesst, wird für die Stimulierung gewisser physiologischer und niederer psychischer Prozesse verwandt. Wenn ein Mensch sich jedoch entwickelt, ändert sich die Richtung der Kraft. Wir haben gesehen, dass die Kraft zweifach ist, dass sie nämlich teils Lebenskraft und teils Seelenkraft ist und dass sich die eine durch das Blut und die andere durch das Nervensystem ausdrückt. Der Aspekt der Lebenskraft führt [140] seine Funktion, alle Organe und Körperstrukturen zu beleben und mit Kraft zu versorgen, weiterhin aus, die Seelenkraft jedoch, die bisher verhältnismässig ruhig war, fängt an, sich nach oben zu wenden. Die Seelenkraft im Zentrum am unteren Ende der Wirbelsäule wird über den Rückenmarkskanal zum Kopf geführt, wobei sie der Reihe nach durch jedes Zentrum hindurchfliesst und an jedem Punkt zunehmende Seelenenergie sammelt. Die psychologischen Wirkungen dieser Bewusstseinsübertragung sind interessant. Wenn die Seele im Kopf «auf den Thron gesetzt wird» (wie die wissenschaftlichen orientalischen Bücher es ausdrücken), zieht sie durch die Macht ihres Magnetismus die Kraft zu sich herauf, die latent am Ende der Wirbelsäule ruht. Auf diese Weise wird die vollständige Verschmelzung von spiritueller Energie mit der Kraft in der Materie selbst durch die anziehende Energie der Seele hervorgerufen. Dies ist gemeint, wenn von der Erweckung der Kundalinikraft gesprochen wird, und es sollte durch den Magnetismus der beherrschenden Seele und nicht durch Meditation über irgendein bestimmtes Zentrum oder durch bewusste Einwirkung auf die Kraft der Materie geschehen. Die Seelenenergie des sakralen Zentrums muss zum höchsten schöpferischen Zentrum, dem Kehlzentrum, geführt werden. Dann wird die Betonung auf schöpferischer Arbeit, die um der Gruppe willen ausgeführt wird, und nicht auf das aktive Geschlechtsleben des betreffenden Menschen gelegt werden. Die Energie des Sonnengeflechtszentrums muss ebenfalls übertragen und zum Herzzentrum geführt werden und dann ist das Bewusstsein nicht mehr rein selbstsüchtig, sondern der Mensch nimmt den Menschen und dem Leben gegenüber eine gruppenbewusste und einbeziehende Haltung an. Er ist nicht mehr antagonistisch und exklusiv. Er weiss und versteht. Er hat Erbarmen, liebt und dient. Wenn diese Beziehung zwischen den Zentren und [141] zwischen den Zentren und Drüsen erst einmal begriffen worden ist, eröffnet sich ein weites Forschungsgebiet; sowohl die physiologischen als auch die psychischen Wirkungen werden ein genaues Studium rechtfertigen. Es ist auch interessant, einer weiteren Behauptung, die von Schülern der Alten Weisheit aufgestellt wird, Beachtung zu schenken. Wenn der Mensch ein ziemlich hohes Entwicklungsstadium erreicht hat, funktioniert das Kehlzentrum, und er fängt an, seinen Platz in der Weltarbeit einzunehmen; er leistet etwas Definitives auf irgendeinem Gebiet der Welttätigkeit. Seine Persönlichkeit darf dann als organisiert angesehen werden, und man kann glauben, dass er seine Reife erlangt hat. Die Psychologen sagen uns, dass die Hypophyse der Sitz der emotionellen und mentalen charakteristischen Eigenschaften ist. In dem einen Lappen hat der logische Denkaspekt seinen Sitz, während der andere für die emotionellen Fähigkeiten der Einbildungskraft und diejenige der bildlichen Vorstellung verantwortlich ist. Im Menschen mit schöpferischer Fähigkeit und daher mit einer entwickelten Persönlichkeit entsprechen die beiden Lappen der Hypophyse den Anforderungen, und man kann dadurch auf den Status des materiellen Aspekts schliessen, des Mechanismus, durch den die Seele wirkt und sich ausdrückt. Diese Drüse befasst sich mit dem Zentrum zwischen den Augenbrauen. Dieses Zentrum ist negativ zum Kopfzentrum, das auf Seelenenergie reagiert. Wenn die Seele durch Ausübung der umrissenen Technik die Kontrolle übernimmt, das Kopfzentrum mit Energie erfüllt und die Zirbeldrüse von einem Zustand der Atrophie in einen funktionierenden, den Kindheitstagen entsprechenden Zustand bringt, fängt der positive Aspekt an, seine Rolle zu spielen. Eine Beziehung zwischen dem negativen Zentrum und [142] seinem Gegenstück, der Hypophyse, und dem positiven Zentrum und seinem Gegenstück, der Zirbeldrüse, wird in die Wege geleitet. Es wird behauptet, dass mit der Zeit ein magnetisches Feld aufgebaut wird, dass Seele und Körper einander begegnen, der Vater und die Mutter eine Beziehung herstellen und die Seele im Bewusstsein des Menschen geboren wird. Dies ist die Geburt Christi im Haus Gottes und somit kommt der wahre Mensch ins Dasein. Die Geschlechtsorgane und ihre Fortpflanzungstätigkeit auf der physischen Ebene sind das äussere konkrete Symbol hiervon. Perversionen der Geschlechtsmagie, die so weit verbreitet sind, sind eine Entstellung dieser wahren spirituellen Vereinigung oder Verschmelzung zwischen den beiden Energiezentren im Kopf, die ihrerseits eine bildliche Darstellung der Beziehung zwischen Seele und Körper ist. Sexualmagie verlegt den Prozess zum Zentrum unterhalb des Zwerchfells und zu einer Beziehung zwischen zwei Menschen auf der physischen Ebene. Der wahre Prozess wird innerhalb des eigenen Bereiches eines Menschen durchgeführt, der im Kopf konzentriert ist, so dass die Beziehung zwischen der Seele und dem Körper entsteht anstatt zwischen Mann und Frau. Es wird ferner behauptet, dass diese Beziehung zwischen den beiden Kopfzentren und ihren entsprechenden Drüsen noch eine weitere Wirkung hat, nämlich dass das Wechselspiel zwischen den beiden das Aufleuchten eines Lichtes hervorruft. In dieser Hinsicht finden wir in den Heiligen Schriften der Welt viele bestätigende Zeugnisse, einschliesslich des Befehls Christi an seine Jünger, dass sie «ihr Licht leuchten lassen» sollten. Auch in den Leben der [143] Mystiker, die in ihren Schriften immer wieder bezeugten, dass sie ein Licht gesehen hatten, finden wir zahlreiche Beweise. Ich habe einen Brief an eine Gruppe von Schülern (die mehrere Jahre lang Meditation studiert hatten) gesandt, in dem ich fragte, ob sie sich irgendwelcher Phänomene von Interesse als Resultat ihrer Arbeit bewusst seien. Der Brief ist nicht an Neurotiker und visionäre Typen ausgesandt worden, sondern an Männer und Frauen, die im Geschäftsleben und auf künstlerischen und literarischen Gebieten hoch angesehen werden und Gutes geleistet haben. 75% bezeugten, dass sie ein Licht im Kopf sehen. Litten sie an Halluzinationen? Waren sie Opfer ihrer Einbildungen? Was haben sie gesehen, und was sehen sie beständig? Auch hier liegt ein interessantes Forschungsgebiet, und die Resultate mögen eine Grundlage in der Tatsache haben, die heute von Wissenschaftlern erkannt wird, dass Licht Materie und Materie Licht ist. Wenn die Seele funktioniert und der Mensch eine bewusste Vereinigung mit jener Seele erreicht hat, dann mag er sich durch die besondere Anregung, welche dies mit sich bringt, des Lichtes des Ätherkörpers an seinem Hauptverbindungspunkt mit dem physischen Körper im wichtigsten Zentrum des Körpers, dem Kopfzentrum, bewusst werden. Bazzoni sagt: «Wir haben gesehen, dass alle Formen der Materie auf der Erde aus 92 verschiedenen Arten von Atomen bestehen, die zu Molekülen vereinigt sind, und die alle Körper, um uns herum, und sogar unseren eigenen Körper bilden, wenn sie in unzähligen Millionen vereinigt werden. Nun können alle diese 92 Arten von Atomen, wenn sie auf gewisse Weise angeregt werden, die der Wissenschaft gut bekannt ist, dazu gebracht werden, Licht auszustrahlen - im allgemeinen farbiges Licht - und die Natur dieses Lichtes ist für [144] jedes der 92 Atome speziell und charakteristisch.» (Bazzoni, C. B.: Kernels of the Universe (Das Innerste des Universums), S. 31) Wirft dies Licht auf unser Problem, vorausgesetzt, dass die Hypothese eines Ätherkörpers zugegeben wird? Ist der Heiligenschein um den Kopf der Heiligen und der Gottheit in allen alten Bildern beider Hemisphären ein Anzeichen dafür, dass die Künstler wussten, Menschen zu malen, die sowohl im physischen als auch im spirituellen Sinn erleuchtet waren? Diese Dinge sollten erforscht und als richtig oder falsch erwiesen werden. Die Möglichkeit, die beiden grossen Gedankenrichtungen zu vereinigen, wodurch die Einheit Mensch vom Standpunkt westlicher Ergebnisse und östlicher Philosophie, die auf einer Technik der Seelenkontrolle beruht, erklärt werden soll, befindet sich im Stadium eines Experimentes. Wenn die Bereitschaft besteht, das anzunehmen, was der westliche Student als hypothetisch ansieht, und wenn ein unvoreingenommenes Denken vorhanden ist, was von spezifischer und praktischer Bedeutung getan werden kann, um die Argumente, die in diesem Buch vorgelegt worden sind, als wahr zu beweisen oder als falsch zu verwerfen. Maeterlinck zitiert Herbert Spencer folgendermassen: «Beständig Ideen zu konstruieren, welche die äusserste Anspannung unserer Fähigkeiten erfordern, und beständig zu finden, dass solche Ideen als zwecklose Vorstellungen aufgegeben werden müssen, mag uns mehr als irgendetwas anderes dazu verhelfen, die Grösse dessen, was wir uns vergeblich zu begreifen bemühen, zu erkennen. ... Dadurch, dass wir uns beständig zu erkennen bemühen und immer wieder mit einer vertieften Überzeugung von der Unmöglichkeit der Erkenntnis zurückgestossen werden, mögen wir das [145] Bewusstsein wach erhalten, dass es sowohl unsere höchste Weisheit als auch unsere höchste Pflicht ist, dasjenige, durch das alle Dinge existieren, als das Unerkennbare zu betrachten. (Maeterlinck, M.: The Light Beyond (Das jenseitige Licht), S. 95) Könnte es jedoch nicht möglich sein, unsere Vision etwas zu klären und «unsere Überzeugung zu vertiefen», um zu einem besseren Verständnis der Formen und Aspekte zu gelangen, die jene unbekannte WESENTLICHE REALITÄT verschleiern, in deren KÖRPER wir leben, uns bewegen und unser Dasein haben? Zugegeben, dass es sich um die phänomenale Welt handelt, ob wir nun die menschliche Familie betrachten oder die Formen, die wir im Reich der Seele erschauen und wahrnehmen, es mag sich schliesslich als wahr erweisen, dass die Formen (wenn sie die Stufenleiter des Seins emporsteigen) uns immer neue Wahrheiten für das WESENTLICHE LEBEN offenbaren. Wie der Mechanismus, können sich auch unsere Begriffe von Göttlichkeit entwickeln und vervollkommnen.» Carpenter drückt diese Idee in folgenden Worten aus: «Frazer verabschiedet sich am Ende seines grossen Werkes, The Golden Bough (Der goldene Zweig), mit folgenden Worten von seinen Lesern: "Die Naturgesetze sind nur Hypothesen, die ersonnen worden sind, um jene sich beständig verändernde Reihe von Trugbildern des Denkens zu erklären, die wir mit dem hochtrabenden Namen Welt und Universum würdigen. Letzten Endes sind Magie, Religion und |
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