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Die Strahlen und die Einweihungen (Sieben Strahlen V), Seite 469 ff. (engl.)
«Orientierung» und «Versuch» betone. Sie bezeichnen einfach des Eingeweihten endgültige Beherrschung der Substanz.

Einer der Hinweise, dass ein Mensch sich nicht mehr auf dem Probepfad befindet, ist sein Heraustreten aus dem Gebiet des Strebens und der Hingabe in die Welt des konzentrierten Willens. Ein anderer Hinweis liegt darin, dass er anfängt, das Leben im Sinn von Energie und Kräften zu interpretieren und nicht im Sinn von Qualität und Verlangen. Das bezeichnet einen deutlichen Schritt vorwärts. Der geistige Wille, als Resultat richtiger Orientierung, wird heute im Leben des Jüngers zu wenig gebraucht.

[470] In der Zukunft wird diese Wissenschaft der Antahkarana und ihre niedere Entsprechung, die Wissenschaft der Sozialen Evolution (welche die verbundene oder vereinigte Antahkarana der Menschheit als Ganzes ist), als Wissenschaft der Invokation und Evokation bekannt sein. In Wirklichkeit ist es die Wissenschaft der Magnetischen Übereinstimmung, in welcher rechte Beziehungen durch gegenseitige Invokation zustandekommen, die einen hervorrufenden Erwiderungsvorgang erzeugen. Es ist diese Wissenschaft, die hinter allem bewussten Erwachen der Zentren und ihrer Wechselbeziehung liegt; sie liegt hinter der Übereinstimmung zwischen Mensch und Mensch, Gruppe und Gruppe, und schliesslich zwischen Nation und Nation. Es ist diese Invokation und die darauffolgende Evokation, welche schliesslich die Seele und die Persönlichkeit, und die Seele mit der Monade verbindet. Es ist das prominente Ziel des Menschheitsappells an Gott, an die Hierarchie und an die geistigen Mächte des Kosmos, einerlei mit welchem Namen ihr sie nennt. Der Appell geht hinaus. Die Invokation der Menschheit kann, wird und muss von der geistigen Hierarchie Erwiderung hervorrufen und von dieser neuen esoterischen Wissenschaft in einem grossen Ausmass die erste Demonstration bilden; esoterisch, weil sie auf dem Laut basiert. Daher der Gebrauch des OM. In diese Wissenschaft kann ich mich hier nicht vertiefen; wir müssen unsere Aufmerksamkeit auf unser Thema beschränken, die Wissenschaft der Antahkarana.

Die Brücke als Vermittler der Angleichung

Das Wort «Angleichung» wird in der heutigen esoterischen Schulung viel gebraucht. Ich möchte hervorheben, dass der Aspirant, in dem er seine Angleichung macht, nur das erste Stadium seiner Verwirklichung errichtet; er errichtet in seinem eigenen Bewusstsein die Tatsache seines grundsätzlichen Dualismus. Auch möchte ich hervorheben, dass man den kritischen Aspekt dieses Verwirklichungsvorganges erst dann erreicht, wenn der Unterschied zwischen der integrierten und kraftvollen Persönlichkeit und der Seele scharf definiert und erkannt wird. Es ist eine okkulte Binsenwahrheit zu sagen, dass der Aspirant durch *****. . oder Dreifachheit zu erkennen ist; der Jünger durch ***** O oder erkannte Zweiheit und der Eingeweihte durch ***** O oder Einheit. Beachtet, dass das Symbol der Zweiheit für die unentwickelte Menschheit ***** O ist, in welchem die Trennung der höheren Natur von der niederen gezeigt wird; im Fall des Jüngers ist es ***** O was den «Übergangspfad» oder [471] den schmalen, messerscharfen Pfad zwischen den Gegensatzpaaren erkennen lässt, der später die Antahkarana bildet. Diese Symbole, so einfach sie sind, verkörpern und übermitteln dem erleuchteten Denkvermögen ungeheure Wahrheiten.

Verhältnismässig und im Sinn des mentalen Bewusstseins gesprochen, ist die Verwirklichung der Dualität nur in den drei Welten und auf der Mentalebene zu finden. Wenn die dritte Einweihung angenommen ist, wird man die Macht des niederen Gegensatzpaares nicht mehr fühlen und es wird nicht mehr existieren. Ein befreites Bewusstsein und ein uneingeschränktes Gewahrsein - uneingeschränkt bezüglich des Eingeweihten, der sich im Wirkungsbereich des planetarischen Logos bewegt (jedoch nicht uneingeschränkt in bezug auf jenes grössere Leben, welches sich in noch anderen und grösseren bestimmten Grenzen bewegt), werden sowohl verstanden als auch zum Ausdruck gebracht. Innerhalb des planetarischen Grenzringes bewegt sich der Eingeweihte mit Freiheit und kennt keine Begrenzung im Bewusstsein. Deshalb werden die höheren Stufen unserer planetarischen und systemischen Ebenen formlos genannt. Dieses O ist das wahre Symbol der Angleichung, das den Sinn der Zweiheit umschliesst, aber zu gleicher Zeit den Weg zeigt, der durch «die Wände der Begrenzung» geht.

Die Studierenden täten gut daran, das Bauen der Antahkarana als eine Ausdehnung im Bewusstsein zu betrachten. Diese Ausdehnung ist das erste bestimmte Bemühen, das auf dem Pfad gemacht wird, um den monadischen Einfluss in vollem Gewahrsein und endlich direkt hereinzubringen. Dieser Vorgang bildet die individuelle Parallele zum gegenwärtigen Hereinströmen der Shamballakraft, worüber ich anderswo sprach. Dieses höchste Energiezentrum auf unserem Planeten hat jetzt eine bestimmte Wirkung auf das Zentrum, das wir die Menschheit nennen. Das geschieht durch direkte Angleichung und nicht durch die Hierarchie, wie es bisher der Fall war. Wenn die individuelle Antahkarana erfolgreich angefangen ist, und wenn auch nur ein spärlicher Faden von Lebensenergie die dreifache Persönlichkeit und die Geistige Triade verbindet, wird das Hereinströmen der Willensenergie möglich. In den frühen Stadien kann dies sehr gefährlich sein, wenn es von der Liebe-Energie der Seele nicht ausgeglichen wird. Nur ein Faden der dreifachen Antahkarana geht durch den egoischen Lotos. Die anderen zwei [472] verbinden sich direkt mit der Triade und am Ende mit der Monade, der Quelle des triadalen Lebens. Das gilt sowohl für den Einzelnen wie für die Menschheit als Ganzes, und die Auswirkungen dieser Angleichung können derzeit in der Welt wahrgenommen werden.

Diese eher unerwartete Erwiderungsaktivität erfordert seitens der Hierarchie eine vermehrte Tätigkeit, um die Folgen eines vorzeitigen Hereinfliessens der Willenskraft auszugleichen. Nach der dritten Einweihung, wenn der Seelenkörper, der Kausalkörper, sich aufzulösen beginnt, kann und wird die Beziehungs- oder Verbindungslinie direkt sein. Der Eingeweihte «steht dann im Ozean der Liebe und diese Liebe fliesst durch ihn; sein Wille ist Liebe und er kann in Sicherheit wirken, denn göttliche Liebe wird seinen ganzen Willen beeinflussen und er kann weise dienen». Liebe und Intelligenz werden dann Diener des Willens. Seelenenergie und Persönlichkeitskraft tragen zur Erfahrung der Monade in den drei Welten des Lebensdienstes bei, und dann ist die jahrhundertelange Aufgabe des inkarnierenden, geistigen Menschen endlich erfüllt. Er ist für Nirvana bereit, welches aber nur der Weg in neue Gebiete geistiger Erfahrung und göttlicher Entwicklung ist, was bis jetzt sogar für den Eingeweihten des dritten Grades unverständlich ist. Dieser Weg wird erst dann geoffenbart, wenn die Antahkarana gebaut und vervollständigt ist, und der Mensch in der Triade so bewusst konzentriert ist, wie er jetzt in der dreifältigen niederen Natur konzentriert ist.

Nur dann wird der wahre Dualismus der göttlichen Natur offensichtlich und die trügerische Zweiheit verschwindet. Dann habt ihr Geist-Materie, Leben-Form. Dafür ist die dreifache Erfahrung des sich entfaltenden Bewusstseins nur vorbereitend. Durch das sich entfaltende Bewusstsein kennt der Eingeweihte die Bedeutung des Lebens und die Anwendungen der Form, aber er ist mit keiner von beiden identifiziert, obwohl er diese Zweiheiten in sich selbst zu einer bewussten Synthese verbindet. Der Versuch, seinen Zustand in Worten zu übermitteln, die begrenzen und verwirren, führt zu augenscheinlichen Widersprüchen; das ist eines der eigenartigen Paradoxa der okkulten Wissenschaft. Haben die oben erwähnten Tatsachen Sinn für euch? Haben sie eine Bedeutung für euer Denkvermögen? Ich glaube es nicht. Ihr habt noch nicht die nötige Ausrüstung, durch welche der Typ des angedeuteten Gewahrseins arbeiten kann, oder die Verwirklichung dieses wahren [473] Selbst-Bewusstseins, das in euch eine verstehende Reaktion erzeugen könnte. Ich mache einfach die esoterische Feststellung; später wird das Verstehen der Wahrheit und die anschliessende Energieversorgung kommen, welche immer kommt, wenn eine abstrakte Wahrheit wirklich geschätzt und assimiliert wird. Aber die Zeit für das Verstehen der obigen Mitteilung ist noch nicht gekommen. Die Jünger und die Aspiranten wachsen kraft einer dargebotenen Vision - bis jetzt noch unerreichbar, aber bestimmt eine Erweiterung des Verstandenen und des früher Begriffenen. So vollzieht sich die Evolution, denn es ist immer ein Vorwärtsdrängen dem Geahnten entgegen.

Heute vollzieht sich durch menschliche Anstrengung und hierarchisches Bemühen eine grosse Angleichung und Angliederung; Monade-Seele-Persönlichkeit stehen in engerer Beziehung als es bisher möglich war. Ein Grund dafür liegt darin, dass gegenwärtig auf dem Planeten viel mehr Eingeweihte des dritten Grades inkarniert sind als je zuvor; viel mehr Jünger werden für die dritte Einweihung vorbereitet; in dieser dritten streng menschlichen Rasse, der Arischen (dieses Wort in seinem Gattungsbegriff und nicht in seinem erniedrigenden deutschen Sinn gebrauchend), sind die drei Aspekte der Persönlichkeit jetzt so mächtig, dass ihr magnetischer Einfluss und ihre schöpferische Wirksamkeit das Bauen der Antahkarana zu einer hervorragenden Errungenschaft machen, was die drei Aspekte im Menschen verbindet und ausgleicht. Das gleiche gilt für die drei göttlichen Zentren im Planeten, welche diese göttlichen Qualitäten verkörpern: Shamballa, Hierarchie und Menschheit. Diese sind jetzt in enger Angleichung und erzeugen auf diese Weise eine Verschmelzung der Energien, die sowohl ein Hereinfliessen des geistigen Willens wie auch eine Demonstration des Zerstörungsaspekts verursacht.

Ich habe hier viel Interessantes angedeutet; ich habe ein Ziel gezeigt und auf einen Weg hingewiesen. Ich habe (im Bewusstsein) die Hierarchie und Shamballa in Beziehung gebracht. Dies bedeutet einen grossen und kritischen Moment in menschlichen Angelegenheiten und eine Gelegenheit, wie sie in der Geschichte keine Parallele findet. Die Notwendigkeit einer gebührenden Würdigung dessen wird klar sein und sollte alle, die es lesen, zu erneutem Eifer und frischer Anstrengung anregen. Die Studenten [474] müssen versuchen, allen planetarischen Änderungen und Gelegenheiten mit entsprechenden Änderungen in ihrem eigenen Leben zu begegnen. Sie müssen jene neuen Einstellungen und jene neuen schöpferischen Annäherungen suchen, welche nicht nur das Bauen der individuellen Antahkarana ergeben, sondern auch die Verschmelzung der vielen «strahlenden Strähnen», die jene «verbindenden Kabel» erzeugen, welche symbolisch gesprochen, die planetarischen Zentren in Beziehung bringen und das Mittel darbieten, dem entlang der feurige Wille und der vorherbestimmte Zweck der Gottheit gehen können. Das wird eine Neukonstruktion der manifestierten Welten mit sich bringen: an dieser Aufgabe kann jeder Einzelne von euch seinen Anteil haben.

Lasst uns jetzt den nächsten Punkt dieses Abschnitts vornehmen und die Technik für die Konstruktion der Antahkarana aufzeigen. Das wird ein intensiv praktischer Unterricht sein, wofür sich alles, was ich bisher bekanntgegeben habe, als feste Grundlage erweisen wird.

Die Technik der Konstruktion

Ich beabsichtige, sehr praktisch zu sein. Das Bauen der Antahkarana (das auf dem Pfad der Jüngerschaft bewusst unternommen wird) ist ein Vorgang, der gewisse uralte, erprobte Regeln befolgt. Wenn diese Regeln richtig befolgt werden, sind die folgenden Ereignisse und die Erscheinung erwünschter Resultate unausweichbar und unvermeidlich. Vieles, das ich sagen könnte, würde dem durchschnittlichen Aspiranten wenig nützen, da es sich um subjektive Wirklichkeiten handeln würde, welche - obwohl sie existieren und in einem natürlichen Vorgang okkulte Tatsachen sind - bis jetzt nicht zu verwirklichen sind. Mein Problem liegt darin, den Vorgang auf solche Weise darzustellen, dass gegen Ende dieses Jahrhunderts die Erzieher im Sinn von Überbrücken denken, sprechen und lehren, und dadurch grundlegenden Behauptungen nahekommen, die einen bestimmten Zusammenhang mit diesem Punkt haben, den wir betrachten. Ich möchte hier sehr kurz und bündig einige davon in euer Gedächtnis zurückrufen:

1. Wissen-Kraft äussert sich durch den Bewusstseinsfaden und den schöpferischen Faden.

2. Diese Fäden sind für den Jünger eine Verschmelzung des vergangenen Wissens (dem Bewusstseinsfaden) und [475] des gegenwärtigen (dem schöpferischen Faden).

3. Der Lebensfaden oder die Sutratma im engeren Sinn ist mit diesen beiden eng verbunden. Ihr habt dann Atma-Buddhi-Manas (das letztere als Vermittler der schöpferischen Kraft, die zu einem gewissen Grad im Aspiranten bewusst funktioniert.

4. Die Verschmelzung der Persönlichkeit und der Seele geht vor sich, aber wenn dieser Vorgang einen gewissen Punkt erreicht hat, wird es offensichtlich, dass ein Erschaffen oder eine schöpferische Tätigkeit des Willens nötig wird, um zwischen der Geistigen Triade und der Persönlichkeit durch die Seele zu überbrücken.

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Last updated Saturday, February 14, 1998           © 1998 Netnews Association. All rights reserved.