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Esoterische Astrologie (Sieben Strahlen III), Seite 622 ff. (engl.)
dem intuitiven [622] Astrologen einen Hinweis geben.

[Grafik, Buch Seite 643]

Diese «Verteilungslinie» (wenn ich es so ausdrücken darf) ist verbunden mit dem Willen, der unvermeidlich zur Vereinigung führt, zu Einswerdung und Synthese - durch die Macht der Anziehungskraft, welche auf der Fähigkeit beruht, das geistige Zukunftsbild zu erschauen. In diesem Sonnensystem, während dieses Weltzyklus und daher auch auf unserem Planeten und während der ganzen Zeit, in der unser Planet aus dem Zustand eines nicht-heiligen Planeten in den eines heiligen übergeht, ist dies der beherrschende Willensaspekt der Gottheit. Er ist die Energie, mit der sich unser planetarischer Logos hauptsächlich befasst. Er ist das, was die Hierarchie unter der Einwirkung von Shamballa oder der Kraft des ersten Strahls ins Leben gerufen hat. Die Menschheit jedoch hat heute hauptsächlich mit der hierarchischen Energie zu tun. Wenn ich das Wort «hauptsächlich befasst» sowohl in Zusammenhang mit dem Planetarischen Logos als auch mit der Menschheit benutze, so findet ihr darin einen Hinweis auf die wachsende Resonanz zwischen den beiden Zentren Shamballa und Menschheit.

Über diese Strahl-Energie wissen die Esoteriker der Welt viel, und zwar aus folgenden drei Gründen:

1. In allen Lehren, die in den letzten dreihundertundfünfzig Jahren herausgegeben wurden, ist diese Energie nachdrücklich betont worden.

2. Die beiden grossen Exponenten dieser Strahl-Energie sind die am besten bekannten Weltlehrer und Erlöser vom menschlichen Blickpunkt sowohl des Ostens als des Westens: Buddha und Christus.

3. Die beiden Meister, die versucht haben, die Menschheit des Westens mit der Existenz der Hierarchie vertraut zu machen, sind die Meister Morya und K. H., die in engster Verbindung [623] wirken und die Energien des ersten und des zweiten Strahls zum Ausdruck bringen.

Die Leitgedanken der Erleuchtung, der geistigen Schau, der geistigen Wahrnehmung und der Verschmelzung des westlichen oder mystischen Weges sind in diesem Zyklus vorherrschend. Der Buddha fasste in sich alles Licht der Vergangenheit zusammen, soweit es die Menschheit betraf. Er war der erhabenste Götterbote und bewies die der Menschheit eingeborenen Fähigkeiten; er strahlte das Licht der Weisheit in bezug auf das Licht der Substanz aus und brachte jene doppelte Flamme oder jenes flammende Licht hervor, das von der Menschheit seit dieser Zeit angefacht und genährt worden ist (obwohl es nicht voll zum Ausdruck gebracht wurde). Er trat hervor als Blüte oder Frucht der Vergangenheit und als Garant für die dem Menschen eingeborene Fähigkeit, Christus, der ebenfalls fähig war zu sagen: «Ich bin das Licht der Welt», ging in seiner Manifestation weiter und gab ein Zukunftsbild des nächsten Schrittes, indem er das Licht der Seele sichtbar zum Ausdruck brachte und auf die Zukunft hinwies; auf diese Weise stellte er das dar, was sein könnte, denn er hatte auf Erden das kosmische Prinzip der Liebe freigemacht. Liebe ist ein Aspekt des Willens, was von den meisten Menschen sehr wenig erkannt wird. Es ist der Wille, etwas in sich hinein oder an sich zu ziehen und diesen Willen nennen wir mit unserem differenzierenden Denken Liebe, wenn er sich auf das Nicht-Materielle richtet. Doch die Menschheit muss das erkennen, was geliebt werden muss, bevor diese Macht des Willens in genügendem Masse erweckt ist. Dann kann das geistig Erschaute in äussere Erscheinung treten und zum tatsächlichen Ausdruck kommen.

Hier tritt das Wunder des Werkes Christi, des Herrn der Liebe, in unser Bewusstsein ein. Er machte es sehr deutlich, dass diese Liebe, die er bezeugte, ein Aspekt des Willens war, der durch den Zweiten Strahl wirkt; diese mächtige Liebe liess das kosmische Prinzip [624] der Liebe in die Welt einströmen. Wieder kann man sehen, wie die drei Aspekte des göttlichen Willens durch den zweiten Strahl wirken:

1. Der Wille, einzuleiten oder zu gestalten, zeigt sich im Werk Christi, insofern er das Zeitalter einleitete, in dem es dem Reich Gottes möglich wurde, auf Erden in Erscheinung zu treten. In Wirklichkeit wird dies ein Beweis sein für die Verschmelzung der beiden Zentren Menschheit und Hierarchie. Mit Verschmelzung meine ich ihre vollständige, wechselseitige Einswerdung. Dies wird ein Zeitalter einleiten, in welchem - durch die verstärkte Fähigkeit, das geistige Zukunftsbild zu erschauen und sich mit diesem zu identifizieren - eine Menschenrasse entstehen wird, die in ihrem Leben die Liebe-Weisheit zum Ausdruck bringen wird.

2. Der Wille, der Erfüllung bringt, manifestiert sich durch den zweiten Strahls vermittels jener antreibenden Kraft, die es der Seele vom zweiten Strahl ermöglicht, stetig ihrem Ziel näher zu kommen; denn er treibt unbarmherzig voran und gestattet sich kein Aufgeben oder Vom-Weg-Abgehen, bis das erstrebte Ziel erreicht ist. Diese Willensäusserung ist eine andere als die des ersten Strahls, die dynamisch wirkt und vorwärtsstösst trotz aller Hindernisse; der letztere braucht nicht die langsamere Methode des stetigen Antreibens.

3. Es ist auch der Wille, der den Tod überwindet wegen seiner intensiven Liebe zur Wirklichkeit und zu jenem «Beständigen», «Dauernden», der hinter allen Erscheinungen gegenwärtig ist.

Im «Alten Kommentar» wird von diesem Typus des Willens dem Willen zur Liebe - in folgender Weise gesprochen:

«Der Transzendente sagte: Ich bin allein. Ich muss mich erheben und mit unaufhörlichem Drang dasjenige suchen, was Vollständigkeit bringt; ich muss meinen Kreis ganz abrunden, mein Leben verstärken und mich wahrhaft zum Einen machen und dies, weil ich die Zwei erkenne. Ich muss Vereinigung mit meinem anderen Selbst finden, dem Selbst, das ich dunkel erahne.

An mein Herz [625] zog ich jenes Andere und brachte damit Erleuchtung; ich stattete mit Reichtum aus; ich spendete unbeschränkt.»

Dies verkörpert nicht die mystische Schau des anderen, sondern den Willensaspekt des planetarischen Logos, die Antriebskraft hinter dem Leben Shamballas. Es ist der Herr des Opfers, der hier spricht. Das Leitmotiv des Opfers oder der Prozess des «Ganzmachens» ist bestimmend für alles, was den Willensaspekt betrifft, insofern er durch die sieben Strahlen wirkt; dies wird sehr schön sichtbar in der Wirksamkeit des zweiten Strahls, da er ein Stromleiter für den Willen Gottes ist.

Er erkennt sich als den transzendierenden Willen, denn hinter seiner Äusserung der (anziehenden, verschmelzenden und Zusammenhalt bewirkenden) kosmischen Liebe steht eine einheitliche Vision der göttlichen Absicht. Er unterscheidet zwischen Vorgang und Ziel, zwischen Einweihung und dem, was durch den Einweihungsprozess offenbart wird; und das ist etwas, das bisher den Eingeweihten unterhalb des dritten Grades unbekannt geblieben ist. Hierin liegt der Unterschied zwischen Christus und Buddha. Dieser offenbarte den Prozess, Christus jedoch verkörperte in sich sowohl Ziel wie Prozess. Er offenbarte das kosmische Prinzip der Liebe und brachte mit dessen Hilfe - da es in ihm selbst verkörpert war - auch Wirkungen und bedeutsame Veränderungen in der Welt hervor durch diejenigen, die ihm zur Einweihung übergeben wurden.

Der zweite Strahl erkennt sich als den übermittelnden Willen, da mit seiner Hilfe etwas zwischen dem Gegensatzpaar (Geist-Materie) vorgeht, was sie zueinander zieht, bis sie schliesslich ein einziges, verschmolzenes Ganzes bilden. Dies ist ein grundlegendes Geheimnis - das Grundgeheimnis der Einweihung; es betrifft den eins-machenden Willen, der durch die Liebe wirkt. Seine niederste Äusserungsform und sein materielles Symbol ist die Liebe zwischen den Geschlechtern.

Er erkennt [626] sich ebenso als den transformierenden Willen, da der gesamte Evolutionsprozess (der im letzten Grunde die Ausarbeitung der Wechselbeziehung zwischen Gott und seiner Welt, zwischen Ursache und Wirkung, zwischen Leben und Form ist) auf der Umwandlung beruht, die durch die göttliche Anziehung zustande kommt. Dies «befähigt den Geist, auf die Schultern der Materie zu steigen», wie H. P. B. es ausdrückt und zwingt die Materie, jene Läuterung zu erreichen, die sie schliesslich zu einem transparenten Medium für die Offenbarung der Göttlichkeit werden lässt.

Er erkennt sich schliesslich als den Willen, der transfiguriert. Diese Transfiguration manifestierte Christus, als er vor den erschreckten Augen seiner Jünger als Inkarniertes Licht erschien und «vor ihnen verklärt wurde».

Der ganze Prozess des Transzendierens, der in die Transfiguration mündet, wird in Verbindung mit dem zweiten Strahl durchgeführt von den vereinigten Einflüssen der drei Sternbilder, durch welche dieser Strahl durch «einen Akt seines ausreichenden Willens in Zeit und Raum wirken will». Wir wollen sie einen Augenblick betrachten:

1. ZWILLINGE. Dies ist das grosse, symbolische Sternbild der zwei Brüder; es bringt das Wechselwirken zwischen den Dualitäten zum Ausdruck. Da es von Merkur und Venus regiert wird, ist das Licht der Intuition und des Denkens verschmolzen zu einem einzigen, erleuchteten Ganzen; dies ist typisch für die Verschmelzung von Geist und Materie und beweist ihr wesensgemässes Einssein. Wie ihr wisst, ist Zwillinge das Zeichen des göttlichen Wechselwirkens und das Leben des Vaters (des Geistes und des Willens), das durch die beiden Brüder, durch die polaren Gegensätze strömt und sie in Wirklichkeit eins macht, obgleich sie als zwei sichtbar erscheinen. Ihr wahres Wesen als «älterer Bruder und verlorener Sohn» enthüllt sich durch die Intuition, wenn sie die Herrschaft über das Denken übernimmt. Doch ist es der Wille zur Liebe, der die Beziehung regiert und schliesslich die göttliche Synthese bringt.

2. JUNGFRAU ist [627] das Sternbild, welches das zweite Stadium der Beziehung zwischen dem Gegensatzpaar symbolisiert. Wie ihr wisst, haben wir hier die Mutter des Christus-Kindes und den Ernährungsprozess des Austauschs, der Leben, Liebe und hier gemeinsame Manifestation in einer Formgestalt zustande bringt. Dieser zweite Strahl ist daher eng mit Jungfrau verbunden, und sein niederster Aspekt ist die Mutterliebe mit ihrer instinktiven Sorge für das, was genährt und gehegt werden muss. Sein höchster Aspekt ist der inkarnierte, manifestierte Christus. Dann wird Instinkt in Weisheit verwandelt und damit auch der Wille, den bisher Verborgenen Christus zu manifestieren und ihn ans Licht des Tages zu bringen. Dieses Zeichen und dieser Wille des zweiten Strahls haben eine geheimnisvolle Beziehung zur Zeit, zum Entwicklungsprozess und zum erhaltenden Leben der Mutter (Materie), welche während der Schwangerschaft das sich rasch entwickelnde Christuskind ernährt und für es sorgt. Auch der Mond hat eine besondere Aufgabe, die nur in dem Gedanken des Todes ausgedrückt werden kann - dem Tod der Beziehungen zwischen der Mutter und dem Kind; denn es kommt der Augenblick, in dem das Christuskind aus dem Mutterleib der Zeit und der Materie heraustritt und frei im Licht steht. Dies wird natürlich von vielen noch innewohnenden Faktoren abhängen, doch hauptsächlich von dem ausdauernden Willen der Mutter sowie dem dynamischen Willen des Christuskindes. Hier besteht wieder ein Aspekt der seltsamen und geheimnisvollen Beziehung zwischen dem ersten und zweiten Strahl.

3. FISCHE. In diesem Zeichen wird das Werk vollendet, und der Wille des Vaters wirkt sich aus durch den Willen des zweiten Strahls als Wille zum Erretten. In den Zwillingen haben wir also die zwei, das Gegensatzpaar und den Willen zu Verbinden; in der Jungfrau finden wir sie bei gemeinsamer Arbeit: das Leben dieser Erscheinung vom zweiten Strahl, ein Christus, wird genährt, die Aufgabe der Materie wird erfüllt, sie wird in den Himmel erhoben. In den Fischen sehen wir die Vollendung des Wirkens dessen, was [628] der Materie-Aspekt ermöglicht hat, und der Christus tritt als Welterlöser hervor. Alles dies hat vermittels des Willens-Aspektes des zweiten Strahls stattgefunden, der sich in Shamballa konzentriert, der sich durch die Menschheit zum Ausdruck bringt und in der Hierarchie vollendet. Hier habt ihr die ganze Geschichte von der Einheit, die durch das Leben und den Willen des zweiten Strahls zustande kommt, so dass das Christusbewusstsein zum Vorschein kommt und das Christusprinzip in der objektiven Welt erscheint.

In Zeit und Raum und vom Blickpunkt der Menschheit aus entsteht das Dreieck der Sternbilder aus Jungfrau, Zwillinge und Fische, und nicht in der Reihenfolge, wie sie hier gegeben wurde, nämlich Zwillinge, Jungfrau und Fische; dieses letztere gilt vom Standpunkt Shamballas aus.

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Last updated Saturday, February 14, 1998           © 1998 Netnews Association. All rights reserved.