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Jüngerschaft im Neuen Zeitalter - Band 2, Seite 302 ff. (engl.)
müssten, wenn sie die Lehre erkennen wollten. Haben diese Worte eine wirkliche Bedeutung für euch?

Ihr werdet bemerken, dass alle diese vier Fingerzeige oder Saatgedanken (für ein sehr erweitertes Denken, das zu erneuter Tätigkeit führt) mit der Menschheit und nicht mit dem einzelnen Menschen zu tun haben. Dies ist ein wichtiger Punkt, den ihr bedenken müsst, denn er deutet wiederum den Unterschied an, der zwischen der heute gegebenen Ausbildung und derjenigen der Vergangenheit besteht. Ich gebe euch z.B. (in diesen Gruppenunterweisungen) keine individuellen Fingerzeige in bezug auf euer eigenes Leben. Ich habe es in der Vergangenheit getan, gerade so, wie es alle heutigen Ashrame, während der Übergangszeit zwischen den alten und den neu hervortretenden Techniken, getan haben; sie müssen Kompromisse schliessen und sich dem, was im Kommen begriffen ist, anpassen; die Zukunft wird daher ein allmähliches Aufhören von Persönlichkeitsfingerzeigen sehen. In Zukunft wird die wahre Methode darin bestehen, im Jünger einen Sinn für Synthese und «Stellung» in der Einen Welt zu entwickeln und ihn auf diese Weise zu dezentralisieren. Das Thema der Lenkung liegt dem System der Unterweisung durch Fingerzeige zugrunde. Es ist scheinbar eine langsame Technik, aber hier ist ein Punkt, den Esoteriker bedenken sollten. Wenn Auskunft über die Natur des Mikrokosmos und des Makrokosmos, über die göttliche Zielsetzung und den geistigen Plan, über okkulte Ereignisse in Zeit und Raum, über zukünftige oder unmittelbare Möglichkeiten unverschlüsselt bekanntgegeben würden (selbst wenn die nötige Sprache zur Verfügung stände), dann würde diesem allen wenig Verständnis entgegengebracht werden. Ich könnte euch z.B. vieles sagen, was euch ebenso nützlich sein würde, wie es die folgende Feststellung [303] für den unentwickelten vorgeschichtlichen Menschen gewesen sein würde: «Es gibt nichts in der Welt als Energie. Das Atom der Atome ist nur Energie, und Gott selbst ist nichts als Energie.» Die Sätze würden ihrem schwerfälligen Gehirn absolut nichts gesagt haben. Der primitive Mensch besass keinen Mechanismus, durch den Verständnis möglich gewesen wäre. Ein Schlüssel zur rechten Ausdeutung eines Fingerzeiges liegt in seiner Assoziation mit dem Gedanken der Lenkung in Zeit und Raum. Und, mein Bruder, im obigen Satz gebe ich euch den Fingerzeig, den ich für dieses Jahr eurer Betrachtung zu empfehlen beabsichtige. Das Wort «Lenkung» ist der Schlüssel zum evolutionären Vorgang, zum Begriff des Lichts, zum Geheimnis der Freimaurerei und zu der motivierenden Macht hinter der Manifestation. Mehr will ich nicht andeuten, aber ich erwarte, dass ihr diesem Wort eure intelligente Zustimmung geben werdet.

Es wird euch immer mehr einleuchten, dass das ganze Leben eines Jüngers ein Leben reflektiver Meditation wird. Meditationsformen mögen an einem gewissen Entfaltungspunkt wegfallen, aber die Gewohnheit der Meditation wird eine bleibende und wohlerwogene Gewohnheit werden und schliesslich kein Ende finden; wenn jener Punkt erreicht worden ist, dann wird die Idee der Lenkung eine göttliche Bedeutung annehmen. Hier findet ihr einen zweiten Fingerzeig über dasselbe Thema. Ihr werdet euch daran erinnern, dass der ganze Gegenstand der Meditation in meiner letzten Unterweisung folgendermassen für euch zusammengefasst worden ist:

1. Ein vorbereitendes Stadium, in dem das Thema der Meditation erkannt wurde.

2. Eine aufnahmefähige Haltung, damit die mögliche und esoterische Lehre erkannt und absorbiert werden möge.

3. Die Übertragung von Ideen in irgendeiner Form auf das Gehirn, nachdem sie vom Denkaspekt in Form von Saatgedanken, Fingerzeigen oder dargebotenen Themen und Begriffen registriert worden sind.

4. Das bewusste Konzentrieren des Denkens auf diese Ideen.

5. Wenn diese Ideen betrachtet und entwickelt werden, dann werden sie einer Analyse unterworfen und nehmen schliesslich feste Gestalt als erschaffene Gedankenformen an.

6. Daraufhin werden sie durch den bewussten und ständigen Gebrauch eines Mantrams einem Zusammenfassungsprozess unterworfen.

Wenn dieser Umriss [304] für das Denken sorgfältig erwogen wird, dann wird es euch klar werden, dass er für alle wahren Denkprozesse, alle mentalen Stimmungen und jegliche Analyse und Anwendung okkulter Fingerzeige geeignet ist. Ich wollte, dass ihr euch über die wesentliche Einfachheit aller göttlichen Vorgänge klar werden würdet und dass ihr die grundlegende Tatsache beachtet, dass solche Vorgänge ihren Höhepunkt in einer spirituellen Identifizierung erreichen, die fraglos beweist, dass Trennung im Grund nicht existiert. Dies trifft auch auf alle Formeln zu, die wir betrachtet haben.

DIE FORMELN

Wie ich euch in meiner letzten Unterweisung gesagt habe, ist es so schwer, die Bedeutung und selbst das Format dieser Formeln in Worten zu übermitteln, dass ich mehrmals gezögert habe, selbst mit einem so kurzen Versuch der Erläuterung über den Gegenstand fortzufahren. Aber selbst wenn ich nur wenig über ihre Bedeutung vermitteln kann, so kann ich wenigstens den Begriff dieser Formeln in eurem Denkaspekt bauen. Es sind Darstellungen des zweiten Strahls von Seelenideen. Es ist uns in bezug auf die Tätigkeit des zweiten Aspekts gesagt worden, dass Gott geometrisiert und dass der exoterischen Manifestation eine subtile geometrische Form zugrundeliegt. Diese Formeln übermitteln dem okkulten Schüler den Symbolismus der Welt der Bedeutung. Hinter den mathematischen und geometrischen Entwürfen und hinter der Numerologie, die versucht (bis jetzt ohne jeglichen Erfolg), die Wahrheit zu übermitteln, die jedoch auf geheimnisvolle Weise die schöpferische Arbeit beeinflusst, sind gewisse Formeln, die - wie ich bemerkt habe - Bedeutung und Absicht ausdrücken. Mit drei der Formeln haben wir eine kurze Betrachtung angestellt. Allgemein gesprochen, beeinflussen diese drei den evolutionären Prozess durch die Formen, die das Ergebnis des richtigen Gebrauchs dieser Formeln sind, auf solche Weise, dass eine Direktive gegeben wird. Ich weiss nicht, wie ich es anders ausdrücken könnte. Daher verkörpern die drei Direktiven, die ich bereits behandelt habe, die älteste invokative Bitte in der Welt und bringen sie zum Ausdruck und (infolge des Alters dieser Bitte) haben diese drei Formeln eine Lenkung gegeben, die durch nichts verhindert werden kann; die Umstände, die sich aus ihnen ergeben, sind [305] unvermeidlich:

Formel I #Führe uns aus der Dunkelheit ins Licht.

Formel II #Führe uns vom Unwirklichen zum Wirklichen.

Formel III #Führe uns vom Tod zur Unsterblichkeit.

Dies bringt uns zu einer Erklärung der nächsten Formel und zu einer Betrachtung ihrer Bedeutung.

Formel IV #Führe uns vom Chaos zur Schönheit.

Diese Formel ist in der Gestalt eines Symbols dargeboten - das sich in einer so beständigen Bewegung befindet, dass es äusserst schwierig ist, es zu beschreiben oder es euch lebendig vor Augen zu führen.

Vor dem Forscher liegt ein Quadrat oder ein Rechteck, das aus einer kaleidoskopischen Masse unvollkommener Farben besteht, die sich bewegen, die pulsieren und sich in beständiger unbeschreiblicher Verwirrung befinden. Über dieses Viereck ist eine strahlende Sonne gelegt mit einem Halbschatten, der aus den sieben prismatischen Farben besteht; diese strahlen in regelmässigen rhythmischen Streifen von der Sonne aus und rufen einen wunderbaren Farbenglanz hervor. Der Hintergrund des Quadrats scheint seinen Wirrwarr durch Farben von tiefer leuchtender Art und Qualität anzudeuten; der wunderschöne Entwurf, der in Erscheinung tritt (obwohl er wie überlagert erscheint), ist durchsichtig und zart und von strahlender, lebendiger Tönung. Man kann den wärmeren Hintergrund deutlich hindurchscheinen sehen. Diese Formel verändert sich, je nach der Polarisation desjenigen, der sie anschaut und studiert. Wenn er in der Persönlichkeit polarisiert und daher von seinem Persönlichkeitsstrahl beeinflusst ist, dann wird ein gewisser Energietyp auf sein Bewusstsein einwirken; wenn er seelenbewusst und auf die Seele eingestellt ist, dann wird ein anderer Energietyp auf ihn einwirken. Auf diese Weise werden zwei verschiedene Bilder in Erscheinung treten. Beide werden richtig sein, aber die Organe, die sie ausdeuten, werden verschiedenartig sein.

Wenn diese Formel eine Reihe von Jahren lang sorgfältig erwogen und studiert wird, dann wird sie ein Schlüssel werden, durch den Aspekte des schöpferischen Vorgangs die Aufmerksamkeit des Schülers erregen werden, und einige der göttlichen Ziele, die weitere, grössere und mehrversprechende Folgerungen als die bis jetzt erkannten in sich schliessen, werden sich ihm offenbaren. Ich möchte euch an dieser Stelle daran erinnern, dass diese Formeln keine Symbole dessen sind, was bereits besteht, sondern dass sie [306] Schlüsselformen sind, die das andeuten, was werden mag oder werden wird - was eine ganz andere Sache ist und etwas, was ihr berücksichtigen solltet. Es sind Symbole der Zukunft und nicht der Vergangenheit; es sind Symbole der Weissagung und nicht der Vollendung; sie offenbaren das, was als Resultat des göttlichen Denkens im Kommen begriffen ist, und sie sind keine bildlichen Darstellungen dessen, was bereits vorhanden ist.

Daher sind sie nicht leicht zu verstehen und auszudeuten, weil nur die Tätigkeit der Intuition euch in den Stand setzen wird, diesen neuen impulsiven Kausalbereich zu verstehen und in dieses Gebiet einzudringen. Obgleich diese Aufgabe schwer sein mag (und ist, mein Bruder), so ist sie doch von grösster Wichtigkeit für Jünger, die sich in Ausbildung für die Einweihung befinden, weil sie beständig darauf hinzielt, ihren Eintritt in die Welt der Ursachen und ihren Austritt aus der Welt der Wirkungen zu erleichtern. Ihr könnt hieraus auch sehen, dass diese Formel in Beziehung zum Karmagesetz steht; tatsächlich hat Formel IV in den alten Urkunden, aus denen diese Formeln entnommen worden sind, an den vier Ecken dieses quadratischen oder rechteckigen Entwurfs das Symbol je eines der vier Herren des Karmas. Diese Formel wird manchmal die Formel «der Sonne auf dem Viereck» genannt. Ich habe heute in dieser Unterweisung hinsichtlich dieses Themas oder über diese Formel nichts weiter zu sagen. Alles, was ich euch gebe, soll Andeutungen geben und die Fähigkeit den Sinn für Andeutungen zu gebrauchen und ihn in euch zu entwickeln - einer der neuesten Sinne, soweit es sich um Erfahrung und Experiment handelt, der aber in jedem Menschen latent vorhanden ist.

OFFENBARUNGSPUNKTE

Obgleich ihr euch kaum darüber klar sein mögt, fassen diese Worte «Offenbarungspunkte» eine ganz bestimmte Technik in der Ausbildung von Jüngern für die Einweihung zusammen. Das ganze Leben soll eine fortschreitende Reihe von Erweckungen bilden. Fortschritt, Bewegung, Erweckung, Erweiterung, Erleuchtung, Evolution, Wachstum - dies sind nur einige von den Worten, die sowohl für die inneren als auch für die äusseren Wirkungen des schöpferischen Vorgangs gebraucht werden. Dieser schöpferische Vorgang ist nichts als die Auswirkung der göttlichen Absicht, die sich, wenn sie Gestalt annimmt, fortschreitend äussert. Diese Absicht ist ein völlig begriffener Entwurf im universalen Denkaspekt; wir nennen sie die Zielsetzung, wenn wir das Verständnis, das Shamballa der Synthese dieser allumfassenden Absicht entgegenbringt, betrachten, und wir nennen sie den Plan, wenn wir die [307] Arbeit der Hierarchie bedenken, wenn sie diese Zielsetzung so vollständig wie nur irgend möglich zum Ausdruck bringt.

All diese Jahre hindurch haben wir in unseren Studien und in den Büchern, die ich mit Hilfe von A. A. B. und F. B. und all derer unter euch, die an ihnen mitgearbeitet haben, vor die Öffentlichkeit gebracht habe, in erster Linie die Wirkung dieser göttlichen Absicht, der Zielsetzung und des Plans auf die Menschheit betrachtet, und zwar, weil der Plan - der von der Hierarchie ausstrahlt - durch die Menschheit verwirklicht werden muss. Daher ist es so wichtig, dass sie das ganze in Aussicht genommene Programm begreift und versteht. Welcher Art wird daher die Qualität ihrer Reaktion dem gegenüber sein, was ihr entwickeltes Verständnis offenbaren wird? Was können sie erwarten, und welche Aspekte und Formen wird die Offenbarung vermutlich annehmen? Sollen sie nach einem plötzlichen Lichtglanz Ausschau halten, oder sollten sie eine allmählich fortschreitende Reihe kleinerer Lichter erwarten? Wie verhalten sich diese Offenbarungen zum Leben des Okkultisten, und muss er das, was ihm als

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Last updated Saturday, February 14, 1998           © 1998 Netnews Association. All rights reserved.