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Jüngerschaft im Neuen Zeitalter - Band 1, Seite 86 ff. (engl.)
werden sollte. Es sollte sowohl eine definitiv geplante individuelle und Gruppenmeditation als auch eine methodische Pflege des Lebens geistigen Nachdenkens stattfinden. Dieses geistige Nachdenken wird das Doppelleben des Jüngers, das objektive und subjektive Leben fördern, während die mehr formale Meditation dem Prozess, das Licht der Seele im Gehirn zu konzentrieren und auf diese Weise die Grundlage für lebenskräftigen, erleuchteten Seelendienst zu legen, zugute kommen würde.

Dieser Dienst ist nur der Ausdruck auf der physischen Ebene von Seelenhaltungen und Betätigungen, so wie sie die Seele auf ihrer eigenen Bewusstseinsstufe zeigt. Eine Phase dieser zweifachen Arbeit, die erwägende, wirkt sich aus in einer zunehmenden Realisation und im Ausdruck und bewussten Lebens oder von «Leben mit einem Ziel». Es führt zu einer Lebensweise, die auf einem geplanten Arbeitsprogramm aufgebaut ist, und die sich soweit wie möglich dem hierarchischen Plan und den hierarchischen Lebensimpulsen nähert. Die zweite Phase, die in der formalen Meditation verkörpert ist, besteht in einem definitiven und bewussten [87] Zurückziehen. Wenn dies richtig und wohl erwogen sowie regelmässig ausgeführt wird, wird es schliesslich ein äusserst fruchtbares telepathisches Wechselspiel unter den Jüngern in einer Gruppe und zwischen dem einzelnen Jünger, dem Meister und dem grösseren Ashram herbeiführen. Es wird den Jünger auch empfindungsfähig für die höheren «Gabenwellen» machen. Die ganze Meditation (in ihren zwei Abschnitten) hat daher das Verbinden von Herz und Kopf, der mystischen und okkulten Annäherung und von Gefühl und Wissen zur Folge.

Nur aus dem Herzzentrum können in Wahrheit jene Energielinien strömen, die verketten und verbinden. Aus diesem Grund habe ich gewisse Meditationen zugewiesen, die das Herz zur Tätigkeit anregten und das Herzzentrum (zwischen den Schulterblättern) mit dem Kopfzentrum zu verbinden, vermittels der höheren Entsprechung des Herzzentrums, die innerhalb des Kopfzentrums (der tausendblättrigen Lotosblume) zu finden ist. Dieses Herzzentrum bringt, wenn es hinreichend ausstrahlen und magnetisch ist, Jünger miteinander und mit der ganzen Welt in Beziehung. Es wird auch jenes telepathische Wechselspiel hervorrufen, das so wünschenswert ist, und das für die Geistige Hierarchie so konstruktiv und nützlich ist, vorausgesetzt, dass es innerhalb einer Gruppe von verpflichteten Jüngern, die sich dem Dienst der Menschheit geweiht haben, hergestellt wird. Dann kann man ihnen vertrauen.

Eine der Aufgaben aller Jünger ist das Hervorrufen des Willensaspekts der Seele; der Wille in seinen höheren Aspekten ist gewöhnlich im Ruhezustand, bis ein Mensch den Pfad der Jüngerschaft betritt. ...

Meine Brüder, ihr mögt fragen, was für einen Zweck diese Analogien und diese einzelnen Auskünfte haben. Sie haben wenig technischen Nutzen für euch und vergrössern in der Tat eure Verantwortung. Wenn sie jedoch dazu dienen, eine wahre Erkenntnis von Wirklichkeit, Synthese und Beziehung im Bewusstsein des Jüngers herbeizuführen, dann sind sie von wirklichem Wert. Diese drei Worte: Wirklichkeit Synthese Beziehung deuten das Ziel und das Problem des Jüngers sowie die Wirkung an, die das Resultat bewusster intelligenter geistiger Arbeit ist, die von Liebe motiviert wird.

Im Neuen Zeitalter wird der Grundgedanke für den Fortschritt des Aspiranten Liebe zur Menschheit sein, worauf ich bereits früher hingewiesen habe; dies wird das Erwachen des Herzzentrums andeuten. In der Vergangenheit und bis zu den letzten paar Jahren ist der Grundgedanke Dienst gewesen, weil er (wenn er selbstlos geleistet wird) eine Technik verkörpert, die das Herzzentrum [88] automatisch in Tätigkeit versetzt. Gerade Liebe zur Menschheit fehlt heute hauptsächlich im Charakter vieler Jünger. Sie lieben diejenigen, mit denen sie Beziehungen haben oder sie lieben die Arbeit, die mit dem Gruppenbemühen verbunden ist, oder sie lieben ihre eigene Nation; sie mögen auch ein Ideal oder ein theoretisches Postulat lieben, aber sie haben keine wirkliche Liebe für die Menschheit als Ganzes. Es sind Grenzen in ihrer Fähigkeit zu lieben vorhanden und gerade das Überwinden jener Grenzen stellt das heutige Hauptproblem dar; sie müssen lernen, dass die Menschheit ihre Ergebenheit, ihre Treue und ihren Dienst fordert. Ich möchte euch alle bitten, über die obigen Erklärungen gründlich nachzudenken, denn sie verkörpern auch die vor euch liegende Aufgabe, während ihr euch bemüht, euch für die erste oder zweite Einweihung tauglich zu machen.

Ich möchte euch auch daran erinnern, dass das Leben des Jüngers stets ein Leben voller Wagnisse und Gefahren ist, in das er, um der geistigen Entfaltung und des Dienstes an der Menschheit willen, willig und mit Bedacht eingetreten ist. Aber ich möchte jeden von euch bitten, euer Gefühlsleben und eure Reaktionen mit viel grösserer Sorgfalt zu beobachten; ich möchte euch bitten, besonders gegen das geringste Auftreten von Verblendung auf der Hut zu sein. Ich möchte eure Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, dass es nicht unbedingt ein Versagen andeutet, wenn in eurem Lebensausdruck Gefühlszustände oder Verblendung in Erscheinung treten. Nur dann ist ein Fehlschlag, zu verzeichnen, wenn ihr euch mit diesen astralen Bedingungen identifiziert und alten Rhythmen unterliegt. Der Erfolg der zugewiesenen und regelmässig verfolgten Meditationsarbeit mag euch durch das Erscheinen von diesen unerwünschten Zuständen bewiesen werden; dann müssen sie als das erkannt werden, was sie sind und in euch jene «göttliche Gleichgültigkeit» hervorrufen, die es möglich macht, dass das Gefühl oder die Verblendung aus Erschöpfung dahinschwindet, weil sie der «Nährkraft» der Aufmerksamkeit beraubt worden ist.

Die ganze Geschichte wahrer Gefühlskontrolle ist in dem eben genannten Satz enthalten. Der Vorgang, diese Kontrolle zu erlangen, stellt eine der schwersten Perioden im Leben des Jüngers und tatsächlich eine der längsten, vom Standpunkt der Zeit aus, dar. Hierauf solltet ihr gefasst sein. Es ist in der heutigen Zeit besonders schwer, über das Gefühl zu triumphieren infolge des aufs höchste angespannten Gefühlszustands der gesamten menschlichen Familie und der weit verbreiteten Furcht und des Schreckens, für welche die Energie der Schwarzen Loge von Adepten verantwortlich ist. Dies kompliziert euer Problem und dasjenige aller Jünger ganz entschieden; es neigt dazu, eine ausserordentlich überzeugende Verblendung zu begünstigen. Darum bitte ich euch, mit Mut, Freude, Verständnis, äusserster [89] Vorsicht und gleichzeitig mit Eile vorwärtszugehen.

Ich möchte gleichfalls darauf hinweisen, dass alle wahren Jünger die Absicht haben, ihren Gruppenbrüdern mit Liebe und Verständnis beizustehen. Auf diese Tatsache könnt ihr zählen. Ich möchte euch auch dessen versichern, dass die schützende Liebe eures Meisters euch umgibt und dass ich euch niemals im Stich lassen werde, aber letzten Endes müsst ihr die Last des Kampfes selbst tragen.

NEUNTER TEIL

Das Geheimnis aller wahren Meditationsarbeit liegt in ihren Anfangsstadien, in der Fähigkeit der bildlichen Vorstellung. Dies ist das erste Stadium, das gemeistert werden muss. Die Jünger sollten die Betonung auf diesen Prozess legen. Hierin ist schliesslich die Fähigkeit enthalten, die schöpferischen Kräfte der Einbildungskraft zusammen mit mentaler Energie zu gebrauchen, als Massnahme, um die Absichten der Hierarchie zu fördern und den göttlichen Plan auszuführen. Alle neuen Prozesse in Meditationstechniken (für die das Neue Zeitalter verantwortlich sein wird) müssen und werden aus den folgenden Gründen bildliche Vorstellung als einen ersten Schritt in sich schliessen:

1. Bildliche Vorstellung ist der erste Schritt in der Demonstration des okkulten Gesetzes, dass «Energie dem Gedanken folgt». Jeder, der Interesse an okkulten Studien hat, anerkennt dies natürlich theoretisch. Den Jüngern ist unter anderem die Aufgabe gestellt, tatsächliche Kenntnis davon zu erlangen. Bildliche Vorstellung (die einen wichtigen Bestandteil der Arbeit vieler esoterischer Schulen darstellt) ist einfach eine Übung, die Fähigkeit zu erlangen, sich etwas bildlich vorzustellen. In der Arbeit jener Jünger, die für Einweihung vorbereitet werden, muss dieser äussere Aspekt der bildlichen Vorstellung einem inneren Prozess Platz machen, welcher der erste Schritt zur Lenkung von Energie ist. Die bildliche Vorstellung soll den Aspiranten innerhalb des Kopfes, auf einen Punkt in der Mitte zwischen dem Hirnanhang und der Zirbeldrüse, konzentrieren. In dieser Zone entwirft er Bilder und malt Szenen und erlangt auf diese Weise Gewandtheit das, was er wünscht und wofür er zu arbeiten beabsichtigt, im grossen und im einzelnen zu sehen. Die Vorstellung dessen, was als ein «gelenkter Prozess» bezeichnet werden könnte geht auf eine mehr konzentrierte Art und in der Zone unmittelbar um die Zirbeldrüse herum vor sich. Die Zirbeldrüse [90] wird dann zum Mittelpunkt eines magnetischen Feldes, das zunächst durch die Kraft der bildlichen Vorstellung in Bewegung gesetzt wird. In jenem Punkt sammelt der Jünger Energie und lenkt sie dann vorsätzlich in das eine oder andere der Zentren. Dieser konzentrierte Gedanke bringt unfehlbar Wirkungen innerhalb des Ätherkörpers hervor und auf diese Weise werden zwei Aspekte der schöpferischen Vorstellungskraft in Gang gebracht.

2. Die Fähigkeit, sich bildlich etwas vorzustellen, ist der formbildende Aspekt der schöpferischen Vorstellungskraft. Dieser Prozess zerfällt in drei Teile, die dem schöpferischen Vorgehen, das von der Gottheit selbst beobachtet wird, einigermassen entsprechen:

a. Das Ansammeln von qualifizierter Energie innerhalb eines Grenzringes.

b. Das Konzentrieren dieser Energie unter der Kraft der Absicht, nämlich auf einen Punkt in der Nähe der Zirbeldrüse. Die Energie ist nun auf einen Brennpunkt konzentriert und nicht verteilt.

c. Die Aussendung dieser konzentrierten Energie vermittels eines bildlichen Prozesses (diesmal nicht durch einen Willensakt) in irgendeiner gewünschten Richtung, nämlich zu gewissen Zentren in einer gewissen Reihenfolge.

Dieser Prozess der Energielenkung kann zur geistigen Gewohnheit werden, wenn Jünger anfangen würden ihn langsam und allmählich anzuwenden. Zuerst mag euch der Prozess der bildlichen Vorstellung mühsam und nutzlos erscheinen, wenn ihr aber dabei ausharrt werdet ihr schliesslich entdecken, dass er mühelos und wirkungsvoll wird. Dies ist eine der wichtigsten Methoden, mit der ein Meister arbeitet; es ist deshalb wesentlich, dass ihr beginnt, die Technik zu meistern. Die Stufen sind:

a. Ein Prozess des Energieansammelns.

b. Ein Prozess der Vereinigung in einem Brennpunkt.

c. Ein Prozess der Verteilung oder Lenkung.

Der Jünger lernt, dies in seinem Innern zu tun und später die Energie (von ausgewählter und besonderer Art, je nachdem was die Gelegenheit verlangt) an einen Punkt ausserhalb von ihm zu lenken. Dies stellt z.B. eine der hauptsächlichsten Heiltechniken der Zukunft dar. Sie wird auch seitens des Meisters gebraucht, wenn er seinen Jünger zu gewissen [91] Bewusstseinsstufen erweckt, aber damit habt ihr nichts zu tun.

3. Die Fähigkeit, sich eine richtige bildliche Vorstellung zu machen, ist eine bestimmte Art und Weise, Wahrheit oder Falschheit zu ermitteln. Diese Erklärung ist für euch schwer zu verstehen. Bildliche Vorstellung ist buchstäblich das Bauen einer Brücke zwischen der Gefühls- oder Astralebene und der Mentalebene und ist daher eine Persönlichkeitsentsprechung zur Erstellung der Antahkarana. Die Astralebene, der zweite Aspekt der Persönlichkeit, ist die Entsprechung des formbildenden Aspekts der Dreiheit, des zweiten Aspekts. Die schöpferische Vorstellungskraft stellt sich durch die Fähigkeit, sich eine bildliche Vorstellung zu machen, eine Form vor, und die Gedankenenergie des Denkaspekts gibt dieser Form Leben und Richtung. Sie verkörpert Zielsetzung. Dadurch wird eine Verbindung oder Energielinie zwischen dem Denkaspekt und dem Astralkörper konstruiert, und wenn die Seele des Jüngers diesen schöpferischen Prozess auf irgendeine geplante und eindeutig konstruktive Art und Weise gebraucht, wird es eine dreifache Energielinie.

Dieser Vorstellungsprozess und dieser Gebrauch der Einbildungskraft bilden die ersten beiden Schritte in der Tätigkeit des Bauens von Gedankenformen. Mit diesen selbsterschaffenen Formen, die geistige Ideen und göttliche Zielsetzung verkörpern, arbeiten die Meister, und hierarchische Zielsetzung nimmt feste Form an. Deshalb ist es erforderlich, meine Jünger, dass ihr mit Bedacht und langsam anfangt, auf diese Weise zu arbeiten und die obige Auskunft konstruktiv und schöpferisch gebraucht. Die Not der Gegenwart wird immer grösser und das Äusserste an Arbeit und Zielbewusstheit ist erwünscht.

Das Ziel der Einweihung wird durch die Meister allen ihren Jüngern angeboten,

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Last updated Saturday, February 14, 1998           © 1998 Netnews Association. All rights reserved.