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Eine Abhandlung über Weisse Magie, Seite 603 ff. (engl.)
Seelenwelt zu orientieren und an dieser hohen Stätte der Inspiration und des Lichts seine Mitarbeiter zu finden, mit ihnen in Verbindung zu treten und sich im Verein mit ihnen der Ausführung der göttlichen Absichten zu widmen.

Dieser esoterische Sinn ist das Haupterfordernis für den Aspiranten [604] an diesem Punkt der Weltgeschichte. Solange die Aspiranten diesen Sinn nicht bis zu einem gewissen Grad begriffen haben und ihn zu nützen verstehen, können sie niemals einen Teil der Neuen Gruppe bilden; sie können niemals als weisse Magier wirken, und diese Unterweisungen werden für sie nur Theorie und hauptsächlich intellektuell bleiben, anstatt praktisch und wirkungsvoll zu sein.

Um diesen inneren esoterischen Sinn zu pflegen, ist Meditation notwendig, und zwar fortgesetzte Meditation in den Anfangsstadien der Entwicklung. Im Lauf der Zeit jedoch, wenn der Mensch geistig wächst, wird diese tägliche Meditation zwangsläufig einer ständigen geistigen Ausrichtung weichen, und dann ist die Meditation - so wie sie jetzt verstanden und gefordert wird - nicht mehr notwendig. Der Mensch wird sich dann so vollständig von den von ihm benutzten Formen losgelöst haben, dass er immer im «Sitz des Beobachters leben», und von dieser Stelle und aus dieser Haltung heraus die Tätigkeit des Denkens, der Gefühle und der Energien lenken wird, welche die physische Wesensäusserung möglich und nützlich machen.

Das erste Stadium in dieser Entwicklung und Pflege des esoterischen Sinnes besteht darin, dass der Mensch die Haltung dauernder, losgelöster Beobachtung einnimmt und diese Einstellung beibehält.

Die Neue Gruppe der Weltdiener könnte in ihren äusseren Reihen treffend als eine geschulte Körperschaft organisierter Beobachter angesehen werden. Ich möchte die Gruppe in drei Abteilungen aufgliedern, damit die Aspiranten und Chelas in der ganzen Welt in ihrem Erkennen geleitet werden, wo sie individuell stehen, und somit in Gewissheit und Wahrheit einsichtsvoll zu arbeiten beginnen können. So kann ihnen geholfen werden, sich selbst einzuordnen.

Erstens gibt es die Organisierten Beobachter. Diese Aspiranten lernen zweierlei. Sie lernen jenes Losgelöstsein zu üben, das es ihnen ermöglicht, in der Welt der täglichen Geschäfte als Seelen zu leben und zu verstehen, was es wirklich bedeutet: ohne Anhangen zu wirken. Sie sind zweitens auch diejenigen, welche die Weltangelegenheiten in der einen oder anderen der sieben Abteilungen studieren auf die ich früher hingewiesen habe, als ich die neue Gruppe der [605] Aufmerksamkeit der Welt nahebrachte. Sie studieren die Zeichen der Zeiten. Sie erforschen das grosse Drama der Geschichte, um seine Haupttendenzen zu entdecken, und um so der gewöhnlichen akademischen Welt und den Denkern der Menschheit gegenüber das zum Ausdruck zu bringen, was sie sehen und verstehen.

Durch die ganze Menschheitsgeschichte zieht sich ein dreifacher Faden, und aus dem Wechselwirken dieser drei Einzelfäden kann man die ganze Geschichte der Evolution erfahren. Der eine Faden leitet die Gedanken des Menschen, wie er sich mit der Entwicklung des Formaspektes und mit den rassischen Tendenzen befasst, und dieser Faden zeigt, wie unbeirrbar die Formen der Rassen, der Länder und der Tier- und Pflanzenwelt unseres planetarischen Lebens mit den Bedürfnissen der allmählich in Erscheinung tretenden Gottessöhne Schritt gehalten haben. Der zweite Faden führt uns zu einem Verständnis für die Erweiterung des Bewusstseins, und zeigt den Übergang aus dem Stadium des Instinkts in das der intellektuellen Wahrnehmung und weiter zu jener intuitiven Erleuchtung, die das heutige Bewusstseinsziel ist.

Der dritte Faden betrifft den Plan selbst, und hier kommen wir in das Reich des wirklich Unbekannten. Was der Plan ist, und wie das Ziel aussieht, das wird bis jetzt überhaupt noch nicht erkannt - ausser von den höchsten Adepten und den erhabensten Gottessöhnen. Solange das erleuchtete Denkvermögen und die Fähigkeit zu intuitiver Reaktion in der Menschheit noch nicht entwickelt sind ist es uns nicht möglich, die grundlegenden Ideen zu begreifen, die im Denken Gottes selbst liegen. Ehe nicht der Gipfel des Berges der Einweihung erklommen wurde, ist es nicht möglich, das verheissene Land so zu erschauen, wie es ist. Solange nicht die Begrenzungen - die notwendigen Begrenzungen! - der drei Welten überwunden sind und der Mensch als eine freie Seele im Geistesreich wirken kann, muss das, was jenseits dieses Reiches liegt, dem Menschen verborgen bleiben, genau so wie das menschliche Daseins und Wahrnehmungsstadium für das Tier ein versiegeltes Buch bleibt. Das ist eine heilsame und notwendige Lektion, die alle Jünger begreifen sollten.

Die Beobachter [606] der Zeiten und Epochen können jedoch rasche Fortschritte im Wachstum ihrer Intuition erzielen, wenn sie in ihrer Meditation beharrlich sind, ihren Verstand schulen und sich stets bemühen, im Sinn des Ganzen zu denken. Sie sollten den historischen Rückblick als einen Teil der Vorbereitung auf die Zukunft ansehen. Sie sollen sich ein Herz fassen, indem sie die Tatsache erkennen, dass das Seelenreich jetzt immer mehr zu einer Erscheinung der physischen Ebene wird (spreche ich paradox?), und dass es schliesslich als ein Naturreich anerkannt und von den Wissenschaftlern als solches betrachtet werden wird, ehe noch zwei Jahrhunderte vergangen sind. Diese «Organisierten Beobachter» bilden den äusseren Kreis der neuen Gruppe, und ihr Leitgedanke ist Synthese, die Ausmerzung alles Unwesentlichen und die Koordinierung menschlichen Wissens. Sie arbeiten auf vielen Gebieten menschlicher Wahrnehmung, zeichnen sich durch eine Geisteshaltung aus, die frei von Sektierertum ist, und durch die Fähigkeit, sich mit den grundsätzlichen, wesentlichen Dingen zu beschäftigen und verschiedene Bereiche menschlicher Forschung zu einem organischen, einheitlichen Ganzen zu verbinden.

Zweitens: Die nächste Gruppe in der neuen Gruppe der Weltdiener ist die der telepathischen Übermittler. Von diesen gibt es viel weniger, und sie zeichnen sich durch ihre verhältnismässig enge Beziehung untereinander aus. Sie sind vor allem eine verbindende oder überbrückende Gruppe. Sie werden aus dem mehr exoterischen Kreis der organisierten Beobachter zusammengeholt, haben aber einen weiteren Dienstbereich als diese, denn sie arbeiten in einer echt esoterischen Art. Sie stehen miteinander und mit den organisierten Beobachtern in Verbindung, haben aber auch Kontakt mit der Gruppe von Menschen, die ganz im Mittelpunkt oder Herzen der Weltgruppe stehen. Ihre Arbeit ist dreifacher Art und sehr schwierig. Sie müssen beständig jenes innere Losgelöstsein pflegen, das ein Merkmal der Seele ist, die sich selbst erkennt. Sie übernehmen dauernd das von den organisierten Beobachtern gesammelte Wissensgut und die von diesen kommenden Mitteilungen, passen sie den Bedürfnissen der Welt an und geben dann die Lehren heraus. Sie arbeiten wirkungsvoll, aber immer hinter den Kulissen, [607] und obgleich sie in diesem Frühstadium der Arbeit der neuen Gruppe vielleicht bekannt sind, und man sie deshalb als Lehrer, Schriftsteller und Helfer der Menschheit erkennt, werden sie doch später mehr und mehr in den Hintergrund zurücktreten und durch den äusseren Menschenkreis wirken. Sie werden diese Äusseren inspirieren und ihnen immer mehr Verantwortung auferlegen, sie werden für die Zunahme des telepathischen Wechselwirkens in der Welt sorgen und so jenes Geflecht weben, das schliesslich die gegenwärtig bestehende Kluft zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren überbrücken und dadurch die neue Welt ermöglichen wird - eine Welt, in welcher der Tod so wie wir ihn kennen, aufgehoben ist, und eine geschulte, universelle Kontinuität oder Fortdauer des Bewusstseins hergestellt sein wird. Darum wird so besonderer Wert darauf gelegt, dass die Mitglieder dieser Teilgruppe in der neuen Gruppe für telepathische Feinfühligkeit geschult werden. Die Mitglieder dieses zweiten Kreises von Wirkenden werden gelehrt, Feinfühligkeit nach drei Richtungen hin zu entwickeln: für die Gedanken der physisch inkarnierten Menschen, für das Denken derer, die hinübergegangen sind, aber noch ihren Denkkörper besitzen, und drittens für die Gruppe der geistigen Wesen, die den Evolutionsgang überwachen und durch deren Hände die drei Fäden des sich entwickelnden Lebens ständig laufen.

Die Aufgabe dieser Menschen ist ausserordentlich schwer, viel schwerer als die der ersten Gruppe und sogar schwerer als die der letzten, denn es mangelt ihnen noch an bestimmten Fähigkeiten und der notwendigen Erfahrung. Der Mittelpunkt ihres Bewusstseins liegt in der Intuition und nicht in dem zusammenfügenden Intellekt; ihre Gewahrseinsstufe ist weit und umfassend. Sie können deshalb mehr erdulden als die meisten anderen, und es gibt nur wenige, die auf dieser Stufe nicht zu empfindlich sind in bezug auf ihr eigenes Wohlergehen, und zu empfänglich für die Schwingungen, die von dem Formaspekt in allen drei Welten ausgehen. Sie haben innerlich noch nicht vollständig Abstand genommen. Sie überbrücken, und damit ertragen sie unabsehbare Probleme und reagieren auf das Leid der Welt. Sie sehen - wenn ich es so ausdrücken darf - zu viel, denn sie besitzen noch nicht das Vorrecht, das Ziel mit Klarheit zu erschauen, das noch zweihundert Jahre voraus [608] in der Zukunft liegt. Sie spüren die gegenwärtige Not. Sie sind empfänglich für die neue Flut geistiger Kraft, die hereinströmt. Sie tragen das Gewicht der Menschheit auf ihren Schultern, und weil sie bis zu einem gewissen Grad in sich ausgeglichen sind, leben sie in allen drei Welten gleichzeitig, und das können nur wenige tun. Sie sind sich der drängenden gegenwärtigen Gelegenheit wie auch der Apathie der Massen bewusst, und aus diesen Gründen arbeiten sie unter schrecklicher Bedrängnis.

Drittens: Die innerste Gruppe ist die der Mitglieder der Hierarchie selbst. Es ist mir völlig gleichgültig, ob diese befreiten Seelen anerkannt werden als Ältere Brüder der Menschheit, als die Meister der Weisheit, als die Wolke der Zeugen, als Christus und seine Kirche, als Übermenschen oder unter irgend einer sonstigen Bezeichnung, je nachdem, wie die angeborenen Neigungen der Menschheit oder der Tradition sie zu nennen belieben. Sie selbst kümmern sich darum noch weniger. Die kleinlichen Streitereien über ihre Persönlichkeiten, ihren Namen und Rang sind völlig unwichtig. Aber sie sind die intelligenten Kräfte unseres Planeten; infolge ihres erweiterten Bewusstseinszustands bringen sie das Denken Gottes zum Ausdruck; in ihnen verkörpert sich das unwandelbare und unveränderliche Intelligenzprinzip, und durch sie strömt die Energie, die wir den Willen Gottes nennen, da wir es nicht besser verstehen. Sie wissen viel mehr von dem Plan als die beiden äusseren Kreise der neuen Gruppe der Weltdiener, denn sie erkennen klar, wie der nächste Schritt aussieht, zu dem die planetarische Evolution die Menschheit während der nächsten zweihundert Jahre führen wird. Sie beschäftigen sich nicht mit müssigen Spekulationen über das letzte Ziel am Ende eines Weltzeitalters. Das mag euch überraschen angesichts der vielen Grübeleien der Uneingeweihten. Es ist aber so. Sie wissen, dass alle Dinge ihre Zeit und Epoche haben, und indem sie vorausschauen und intuitiv das Ziel für alle Naturreiche in der unmittelbaren Zukunft erfassen, wendet sich ihr ganzes gemeinsames Bemühen einem einzigen Ziel zu: sie wollen die intuitiv-telepathische Empfänglichkeit der Übermittler pflegen, welche die Kluft zwischen ihnen und der physischen Welt überbrücken. [609] Diese versuchen ihrerseits, die Beobachter zu benützen. Wissende, Übermittler und Beobachter - sie alle arbeiten in enger, wenn auch oftmals unerkannter Gemeinschaft, und sie alle reagieren (je nach ihrem Grad) auf den Denk- und den Willens-Impuls des Logos, der Sonnengottheit.

Über dieser dreifachen Gruppe stehen die Throne, die Himmelsfürsten und Mächte, mit denen wir uns nicht zu beschäftigen brauchen. Auf der anderen Seite steht die Menschheit - zerrissen durch die Katastrophen des vergangenen Weltkrieges, verwirrt durch die sozialen, religiösen und wirtschaftlichen Bedrängnisse der Gegenwart, empfindlich und empfänglich für die Einflüsse und Energien, die durch die neue Flut des Wassermannzeitalters hereinströmen; sie sind nicht fähig zu verstehen und zu erklären, und sind sich nur eines Sehnens nach Freiheit des Denkens und physischer Gesundheit bewusst; sie ergreifen jede Gelegenheit, Wissen zu erlangen und bieten so ein fruchtbares Feld, auf dem diese neue Gruppe arbeiten kann.

Wir haben gesehen, dass es das Ziel aller inneren Schulung ist, den esoterischen Sinn zu entwickeln und jenes innere sensitive Gewahrsein zu entfalten, das einen Menschen befähigt, nicht nur als physisch inkarnierter Gottessohn zu wirken, sondern als jemand, der auch jene Kontinuität des Bewusstseins besitzt, die es ihm ermöglicht, sowohl innerlich wach als auch äusserlich tätig zu sein. Das wird erreicht, wenn sich der Mensch zu einem geschulten Beobachter entwickelt. Ich empfehle diese Worte allen Aspiranten zur Beachtung. Gerade die Beharrlichkeit im Zustand rechter Beobachtung führt zur inneren Loslösung von der Form und in der Folge zur Fähigkeit, die Form nach Belieben benutzen zu können mit der Absicht, die hierarchischen Pläne zu fördern; so bringt man der Menschheit Nutzen. Wenn der Aspirant diese Fähigkeit zu beobachten bis zu einem gewissen Grad erreicht hat, wird er jener Zwischengruppe geschulter Übermittler zugesellt, die zwischen den vorher erwähnten Gruppen (den exoterischen Gruppen und der Gruppe der geistig Wirkenden auf der subjektiven Ebene) steht, und er deutet und erklärt die eine Gruppe der anderen. Es ist ganz [610] gut, daran zu denken, dass selbst die Mitglieder der Hierarchie aus den Ansichten und dem Rat jener persönlich uninteressierten Jünger Nutzen ziehen können, bei denen man sich darauf verlassen kann, dass sie die Not der Stunde richtig erkennen und ausdeuten.

Wenn ein Mensch diese Stufe erreicht hat und in bewusstem Kontakt mit dem Plan steht, dann kann das wahre magische Wirken beginnen. Menschen, die als Seelen zu leben beginnen, können die magische Arbeit des neuen Zeitalters aufnehmen und

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Last updated Saturday, February 14, 1998           © 1998 Netnews Association. All rights reserved.