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Eine Abhandlung über Weisse Magie, Seite 521 ff. (engl.)
gewisse Unterteilungen in sich schliessen. Insgesamt stellen sie alle Lebensformen dar, welche wir für gewöhnlich die untermenschlichen Wesen nennen, aber diesen Worten muss eine [522] weitere Deutung gegeben werden als das normalerweise der Fall ist. Man muss sie so erweitern, dass sie alle Lebewesen einschliessen, die in Formen verkörpert sind.

Die beiden Abteilungen sind folgende:

Erstens die Substanz aller Formen, oder die Vielfalt der winzigen atomischen Lebewesen, welche durch die Macht des Gedankens in den Formaspekt hineingezogen werden, durch den sich alle Daseinsformen oder alle Seelen, Minerale, Pflanzen, Tiere und die tierischen Körper des Menschen zum Ausdruck bringen. Das eröffnet einen weiten Horizont und umfasst praktisch das ganze Schöpfungswerk auf der physischen Ebene, so dass wir es nicht einmal kurz berühren können. Nach dem Gesetz der magnetischen Anziehung und infolge der antreibenden Wirksamkeit des Universalen Denkens, das die Absichten des Sonnenlogos oder des planetarischen Logos durchführt, werden diese Bestandteile der Raum-Materie, diese Substanzatome zusammengezogen, in einer rhythmischen Weise behandelt und in der Form zusammengehalten. Durch diese Schöpfungsmethode treten Daseinsformen in Erscheinung, nehmen teil an der Erfahrung ihres besonderen Lebenszyklus - sei dieser nun schnell vergänglich wie das Leben eines Schmetterlings oder verhältnismässig dauerhaft wie das Leben, das eine planetarische Gottheit beseelt - und verschwinden wieder. Die beiden betreffenden Aspekte - Geist und Materie - werden dadurch in enge Verbindung miteinander gebracht und üben zwangsläufig eine Wirkung aufeinander aus. Die sogenannte Materie wird durch ihre Berührung mit dem sogenannten Geist mit Energie erfüllt oder «emporgehoben» im okkulten Sinn dieses Begriffs. Der Geist seinerseits wird instand gesetzt, seine Schwingung mittels seiner Erfahrung in der Materie zu steigern. Dadurch, dass diese beiden göttlichen Aspekte zusammengebracht werden, entsteht ein dritter, den wir die Seele nennen, und mit Hilfe der Seele entwickelt der Geist ein Empfindungsvermögen, ein bewusstes Gewahrsein und die Fähigkeit zu reagieren; diese bleiben sein dauernder Besitz, wenn die Trennung zwischen den beiden schliesslich und nach dem Gesetz der Zyklen erfolgt.

Darüber kann man vieles in der «Abhandlung über kosmisches [523] Feuer» finden, und ich brauche mich hier nicht zu wiederholen.

Diese zweite Abhandlung will mehr praktisch und allgemein nützlich sein. Sie befasst sich vornehmlich mit der Schulung des Aspiranten, damit er seinerseits als ein bewusster Schöpfer handeln lernt und mit seiner Arbeit den höheren Zielen des grossen Lebens dienen kann, in das er eingebettet ist. So hilft er bei der Verwirklichung der Pläne Gottes. Die Schulung des Aspiranten, die Hinweise auf mögliche Tendenzen und Richtungen der Evolution, und die Erklärung der allem zugrundeliegenden Absicht - das ist alles, was dem Durchschnittsaspiranten auf seiner gegenwärtigen Stufe sinnvollerweise mitgeteilt werden kann. Das ist in diesen Anweisungen versucht worden, und es wurden auch einige neue Lehren über den Emotionalkörper gegeben. Wenn im nächsten Jahrhundert des Menschen Ausrüstung besser entwickelt ist und die Gruppentätigkeit eine wahrere Bedeutung bekommt, wird es möglich sein, mehr Angaben zu machen, aber die Zeit dafür ist noch nicht da. Bis jetzt kann ich nur nach jenen schwachen Worten tasten, die den Gedanken einigermassen einkleiden. Durch dieses Einhüllen begrenzen sie ihn, und ich mache mich schuldig, insofern ich neue Gefangene erschaffe, die schliesslich wieder befreit werden müssen. Alle Bücher sind Ideengefängnisse, und erst wenn Rede und Schrift durch telepathische Mitteilung und durch intuitives Wechselwirken verdrängt sein werden, wird der Plan und die Methode, wie man ihn zum Ausdruck bringt, in einer klareren Form erfasst werden. Ich spreche jetzt in Symbolen; ich gehe geschickt mit Worten um, damit ein gewisser Eindruck entsteht; ich konstruiere eine Gedankenform, die - wenn sie dynamisch genug ist - auf das Gehirn solcher Übermittler, wie ihr es seid, einwirken kann. Aber indem ich das tue, weiss ich nur zu gut, wieviel ungesagt bleiben muss, und wie selten es möglich ist, mehr zu tun als auf eine makrokosmische oder mikrokosmische Kosmologie hinzuweisen, die ausreicht, um wenigstens ein zeitweiliges Bild der göttlichen Wirklichkeit zu vermitteln.

Ich spreche zu euch von Gesetzen, und ich versuche sie intelligent zu formulieren, aber damit behandle ich in Wirklichkeit jene göttlichen Impulse, die von einem kosmischen Schöpfer ausgehen und dadurch zu Gesetzen werden, dass sie in der Materie des Raumes [524] Wirkungen hervorrufen, da sie praktisch keinem Widerstand begegnen. Andere göttliche Impulse, die ebenfalls zyklisch ausströmen, haben bis jetzt noch keine so starke Schwingung mit sich gebracht und sind darum nicht so mächtig gewesen wie die Schwingung der betreffenden vereinigten Substanz. Diese letzteren Schwingungen sind jene Impulse, die wir als «geistig» bezeichnen, und auf deren Einsetzung als Gesetze des neuen Zeitalters wir uns freuen; sie werden dann die gegenwärtigen Gesetze des Universums verdrängen oder mit ihnen verwachsen. Zusammen werden sie die neue synthetische Welt einführen.

Aber wie kann das Ganze von dem Teil begriffen werden? Wie kann der ganze Plan von einer Seele bemerkt werden, die bis jetzt nur einen winzigen Bruchteil des Gefüges sieht? Bewahrt dies ständig in euren Gedanken, wenn ihr diese Unterweisungen studiert und darüber nachdenkt, und vergesst nicht, dass im Licht des zukünftigen Wissens der Menschheit alles, was hier mitgeteilt wird, wie ein Lesebuch der Grundschule ist, verglichen mit den Lehrbüchern, die ein Universitätsprofessor benutzt. Immerhin wird es dazu beitragen, dass der Aspirant aus der Halle des Lernens in die Halle der Weisheit aufsteigt, wenn er die gegebenen Mitteilungen verwendet.

Lernt telepathisch und intuitiv empfänglich zu sein. Dann werden diese Wortformen und diese in Form gekleideten Ideen nicht mehr benötigt. Dann steht ihr der unverhüllten Wahrheit von Angesicht zu Angesicht gegenüber und lebt und wirkt im Bereich der Ideen und nicht in der Welt der Formen.

So verlassen wir die ungeheure Menge von Lebewesen, die unter dem nichtssagenden Ausdruck «atomische Substanz» zusammengefasst werden, und gehen über zu einer zweiten Betrachtung jener Gefangenen des Planeten, mit denen man leichter in Fühlung kommen kann, deren allgemeine Lage in speziellerer Weise verständlich ist und die eine engere Beziehung zum Menschen haben. Die Menschen sind noch nicht dafür gerüstet, um das Wesen jener elektrischen Energieeinheiten zu begreifen, welche das verkörpern, was wir die Seele aller Dinge nennen, und was man als die «Anima Mundi» bezeichnet hat, - das Leben und die Seele dessen, in dem alle verkörperten Daseinsformen leben, weben und sind.

Dazu ist [525] es nötig, dass man einigermassen versteht, welche Rolle das vierte Naturreich in bezug auf das Ganze spielt, und weshalb es jene Anhäufung von Formen gibt, die wir das Menschengeschlecht nennen. Wir müssen das vom Standpunkt der Beziehung des vierten Naturreiches zum Ganzen hin studieren, und nicht vom Standpunkt der menschlichen, individuellen Entfaltung; und wir müssen untersuchen, welche Rolle der Mensch als Einzelwesen innerhalb des Einflussbereiches des Menschengeschlechtes spielt. Wir wollen das Wort Menschheit verwenden und von ihrer Mission und Aufgabe in dem grossen Evolutionsablauf und bei der Ausführung des Planes sprechen. Wir wollen eine Menschheit annehmen, die aus allen Menschensöhnen besteht. Sie schliesst auf der einen Seite die Hierarchie der Adepten ein, die sich mit Vorbedacht auf der physischen Ebene inkarniert haben, um innerhalb der Begrenzungen des Menschenreiches zu wirken, und auf der anderen Seite finden wir die unentwickelten Typen, die noch mehr tierisch als menschlich sind. Zwischen diesen beiden Extremen finden wir die vielen verschiedenen Typen, die entwickelten und unentwickelten, die intelligenten und die unverständigen - alle, auf die das Wort «Mensch» angewendet wird.

Die Menschheit stellt innerhalb des Kosmos ein Energiezentrum dar und ist zu drei Tätigkeiten fähig.

I. Vor allem anderen ist die Menschheit für das Einströmen geistiger Energie empfänglich. Diese ergiesst sich aus dem Kosmos in sie hinein, und symbolisch gesprochen gibt es grundsätzlich drei dieser Energien:

1. Geistige Energie, wie wir sie ganz unzulänglich bezeichnen. Diese geht von Gott dem Vater aus und erreicht die Menschheit von der Stufe her, welche technisch die monadische Ebene genannt wird, von der Sphäre der Urbilder als der höchsten Quelle, deren sich ein Mensch bewusst werden kann. Es gibt nur wenige, die so ausgerüstet sind, dass sie auf diese Energieart reagieren können. Sie ist für die meisten Menschen praktisch nicht vorhanden. Ich verwende die Worte «Gott der Vater» im Sinn des Einen, aus Sich Selbst existierenden Lebens, oder des Absoluten Wesens.

2. Empfindungsenergie - die Energie, die einen Menschen zu [526] einer Seele macht. Sie ist das Gewahrseinsprinzip, die Bewusstseinsfähigkeit, jenes der Materie innewohnende Etwas (wenn diese mit dem Geist in Verbindung gebracht worden ist), das Reaktionsfähigkeit gegenüber einem äusseren, weitreichenden Kontaktfeld erweckt. Sie ist das, was schliesslich im Menschen eine Erkenntnis des Ganzen, des Selbstes, hervorbringt, und was ihn zur Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung leitet. Wenn diese entwickelt sind, - was in den untermenschlichen Reichen nicht geschieht -, kann ein Mensch der oben erwähnten ersten Energieart gewahr werden. Diese Energie empfindenden Bewusstseins kommt von dem zweiten Aspekt der Gottheit, vom Herzen der Sonne, so wie die erste - technisch, jedoch symbolisch gesprochen - von der zentralen Geistessonne ausgeht. Die Parallelen zu diesen beiden Kräftearten in einem Menschenwesen sind die Nervenenergie, die durch das Nervensystem mit der Zentralstelle im Gehirn wirkt sowie die Lebensenergie, die ihren Sitz im Herzen hat.

3. Prana-Energie oder Lebenskraft. Das ist jene Vitalkraft, die der Materie selbst innewohnt, und in die alle Formen eingebettet sind, die ja wirkende Teile der grösseren Form sind. Für diese Kraft sind alle Formen empfänglich. Dieser Energietyp kommt von der physischen Sonne und wirkt aktiv auf den Lebenskörper jeder Form in der natürlichen Welt ein, die physische Erscheinungsform der Menschheit selbst inbegriffen.

In der Ausdrucksweise der Ewigen Weisheit werden diese drei Kräfte das elektrische Feuer, das Sonnenfeuer und das Feuer durch Reibung genannt, und ihr Zweck in bezug aufeinander wird in den Worten der «Geheimlehre» folgendermassen zusammengefasst:

«Materie ist das körperliche Mittel für das Offenbarwerden der Seele auf dieser Daseinsebene, und die Seele ist das Instrument auf einer höheren Ebene, damit sich der Geist offenbaren kann; und diese drei sind eine Dreieinigkeit, die durch das grosse Leben, das sie alle durchströmt, zur Einheit verbunden ist.» (Geheimlehre I, S. 80)

Die Menschheit, die der Treffpunkt für [527] alle drei Energiearten ist, stellt deshalb einen «Wegmitte-Punkt» im Bewusstsein des grossen Schöpfers dar. Dieser «Wegmitte-Punkt» muss von dem aktiv-schöpferisch Wirkenden in etwa der gleichen Weise ergriffen werden, wie der Aspirant lernen muss, seine Wegmitte-Punkte zu erfassen in dem winzigen Bisschen magisch-schöpferischer Arbeit, die er voranbringen möchte. Die Menschheit soll das Medium sein, in dem gewisse Aktivitäten in Gang gebracht werden können. Sie ist in Wirklichkeit das Gehirn der planetarischen Gottheit, und ihre vielen Einzelwesen entsprechen den Gehirnzellen im menschlichen Organismus. So wie das menschliche Gehirn, das aus einer unendlichen Anzahl empfindender, empfänglicher Zellen besteht, in geeigneter Weise beeindruckt werden kann, wenn Stille eingetreten ist, und zum Ausdrucksmittel für die Pläne und Absichten der Seele dadurch werden kann, dass letztere ihre Ideen über das Denkvermögen weitergibt, ebenso kann die planetarische Gottheit, die unter der Inspiration des Universalen Denkens wirkt, der Menschheit die Absichten Gottes einprägen, und demzufolge in der Erscheinungswelt bestimmte Wirkungen hervorbringen.

Die Mitglieder der Hierarchie stellen jene dar, die Frieden und Stille erreicht haben und daher beeindruckt werden können; die Aspiranten und Jünger stellen jene Gehirnzellen dar, die allmählich in den grossen göttlichen Rhythmus einschwingen; sie lernen das Wesen der Empfänglichkeit verstehen. Die Menschenmassen sind wie die Millionen unbenutzter Gehirnzellen, welche wir - wie uns die Psychologen und Wissenschaftler erzählen - zwar besitzen, aber nicht verwenden. Diese Entsprechung könnt ihr selbst in den genaueren Einzelheiten weiter ausspinnen; aber selbst oberflächlich gesehen wird euch folgendes deutlich werden: Wenn man diesen Punkt erfasst hat, dann sind der Zweck, zu dem die Menschheit da ist, das Ziel der Gruppe der Weltmystiker und Weltdiener sowie das Ideal, das dem einzelnen Aspiranten hingestellt wird, dieselben wie in der Meditation des Einzelnen, nämlich die Erlangung jener konzentrierten Aufmerksamkeit und gedanklichen Stille, in der man die Wirklichkeit erhaschen, das Wahre und Schöne wahrnehmen und die göttliche Absicht erfassen und festhalten kann; und es wird möglich, an die Erscheinungsform auf der physischen Ebene die nötige Energie weiterzuleiten, mit deren Hilfe die subjektive [528] Erkenntnis verwirklicht werden kann. Der Aspirant vollbringt das in Verbindung mit seiner eigenen Seelenabsicht, wenn sein Bemühen Erfolg hat; der Jünger lernt es in bezug auf die Gruppenabsicht zu tun, und der Eingeweihte wirkt im Einklang mit der planetarischen Absicht. Diese bilden die innere Gruppe kraftvoll-lebendiger Gehirnzellen im planetarischen Gehirn, also in der ganzen Menschheitsgruppe; und es ist einleuchtend, dass die gegenwärtig untätige Masse menschlicher Zellen um so schneller in Tätigkeit versetzt wird, je stärker die vereinte Schwingung und je klarer und reiner das Licht ist, das die lebendigen Gehirnzellen widerspiegeln und weiterleiten. Die okkulte Hierarchie ist für das planetarische Leben das, was das Licht im Kopf für den erwachten Durchschnittsjünger ist, nur in einem so viel umfassenderen Mass und mit einer

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Last updated Saturday, February 14, 1998           © 1998 Netnews Association. All rights reserved.