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Eine Abhandlung über Weisse Magie, Seite 365 ff. (engl.) |
Ideen unterzuordnen. Er muss lernen, in die Welt dieser göttlichen Ideen
einzudringen und die «Urformen der Dinge in den Himmeln» zu studieren, wie es in
der [366] Bibel heisst. Er muss anfangen, mit den Entwürfen zu arbeiten, nach
denen alles Seiende geformt und gebildet ist. Er wird dann zu einem
Symbolforscher und aus einem Götzendiener zu einem göttlichen Idealisten. Ich
gebrauche diese Worte hier in ihrer wahren Bedeutung und Kennzeichnung.
3. Wenn er diesen Idealismus entwickelt hat, muss er noch weiterschreiten, immer tiefer hinein, bis er in das Reich der reinen Intuition eindringt. Er kann dann die Wahrheit an ihrer Quelle schöpfen. Er tritt in das Denken Gottes selbst ein. Er nimmt sowohl Intuitionen wie auch Ideen auf und ist für göttliche Gedanken empfänglich. Sie befruchten sein Denken. Er nennt diese Intuitionen später, wenn er sie ausarbeitet, Ideen oder Ideale, gründet all seine Arbeit auf sie und lenkt seine Angelegenheiten nach ihnen. 4. Dann folgt die Aufgabe, bewusst Gedankenformen aufzubauen, die auf diesen göttlichen Ideen beruhen und als Intuitionen von dem Universalen Denken ausstrahlen. Dies geschieht durch die Meditation. Jeder wahre Schüler weiss, dass dies Konzentration erfordert, um das niedere Denkvermögen auf das höhere zu sammeln oder auszurichten. Vorübergehend sind die normalen Neigungen zum Gedankenform-Aufbau unterbunden. Durch Meditation, das ist die Fähigkeit des Denkvermögens, sich im Licht zu halten und in diesem Licht den Plan wahrzunehmen, lernt er, die notwendigen Ideen «herüberzubringen» Durch Kontemplation sieht er sich fähig, in jene Stille einzutreten, die es ihm ermöglichen wird, aus dem göttlichen Denken zu schöpfen, dem göttlichen Bewusstsein Gedanken abzuringen und zu wissen. Das ist die Aufgabe, die vor jedem Aspiranten liegt, und daher ist es auch notwendig, dass er die Eigenart seines mentalen Problems, dass er die Werkzeuge versteht, mit denen er zwangsläufig arbeiten muss, dass er begreift, welchen Gebrauch er von dem machen muss, was er durch rechte Verwendung des gedanklichen Rüstzeugs lernt und gewinnt. Wie soll er das erreichen? Wie kann er «herüberbringen» und später aufbauen? Ganz gleich, wie [367] klein oder wichtig ein einzelner Denker sein mag, so hat er doch in Zusammenarbeit mit seinen Brüdern eine mächtige Kraft in Händen. Nur durch beharrliches, kraftvolles, rechtes Denken der Menschen und durch den wohlverstandenen richtigen Gebrauch mentaler Energie kann die Evolution in der gewünschten Richtung Fortschritte machen. Richtiges Denken hängt von vielen Dingen ab, und es könnte nützlich sein, einige von ihnen ganz einfach aufzuführen: 1. Man muss imstande sein, das geistige Bild zu erschauen. Dazu gehört die Fähigkeit, bis zu einem gewissen Grad das Urbild zu erkennen, nach dem die Loge die Menschheit zu formen versucht. Dazu gehört die Mitarbeit an dem Werk des Manu und die Entwicklung sowohl abstrakten wie auch synthetischen Denkens, das Aufblitzen der Intuition. Die Intuition ringt den hohen Stätten einen Schimmer des idealen Planes ab, der im Denken des Logos verborgen ruht. Wenn die Menschen diese Fähigkeit entwickeln, werden sie mit Kraftquellen in Berührung kommen, die überhaupt nicht auf mentalen Ebenen liegen, sondern bei denen es sich um jene Quellen handelt, aus welchen die Mentalebene selbst erhalten und genährt wird. 2. Wenn ihr dann das geistige Bild erschaut und einen Schimmer von der Schönheit erhascht habt (es ist erstaunlich, wie wenig die Menschen sehen!), dann liegt in euren Händen die Gelegenheit, vom Plan so viel auf die Mentalebene herabzubringen, als euch möglich ist. Euer Erfassen ist zunächst unsicher und schwach, doch wird es beginnen, Gestalt anzunehmen. Zuerst werdet ihr merken, dass ihr nur selten den Kontakt bekommen könnt, denn die Vision entsteht mit Hilfe des Kausalkörpers, und nur wenige können dieses hohe Bewusstsein lange festhalten. Aber das Ringen um das Erfassen wird Ergebnisse zeitigen, und nach und nach wird die Idee in die konkreten Bereiche der Mentalebene hereinsickern. Dann wird sie zu einem konkreten Gedanken, zu etwas, das in bestimmter Weise vorstellbar ist und als Denkgrundlage benützt werden kann. 3. Was kommt als nächstes, wenn das vollbracht ist? Eine Periode der Schwangerschaft, des Reifens, ein Zeitraum, in dem ihr eure Gedankenform bildet und so viel von dem geistigen Bild in sie hineinlegt, als ihr in euer Bewusstsein herüberbringen könnt Dies muss langsam geschehen, denn eine beständige Schwingung und [368] eine gut gebaute Form ist wünschenswert. Übereiltes Arbeiten führt zu nichts. Wenn ihr Gedankenformen bildet, werdet ihr allmählich das Verlangen und den Wunsch verspüren, dieses geistige Bild auf die Erde herabzubringen, damit es auch anderen Menschensöhnen bekannt wird. Dann belebt ihr die Gedankenform durch die Kraft eures Willens, ihr versucht, sie ins Dasein zu bringen; der Rhythmus wird schwerfälliger und langsamer, das Material, das in die Form eingebaut wird, ist notwendigerweise gröber, und ihr erlebt, dass eure Gedankenform des geistig erschauten Bildes sich in Substanz der Mental- und Astralebene kleidet. 4. Glücklich der Jünger, der die Vision noch näher an die Menschheit heranbringen und sie auf der physischen Ebene ins Dasein rufen kann. Denkt daran, dass die Verwirklichung irgendeines Aspektes der Vision auf der physischen Ebene niemals das Werk eines einzigen Menschen ist. Nur wenn sie von vielen erschaut wurde, nur wenn viele an ihrer materiellen Gestalt gearbeitet haben, kann ihr gemeinsames Bemühen sie in die äussere Erscheinungsform ziehen. So könnt ihr erkennen, welchen Wert es hat, die öffentliche Meinung zu erziehen, denn sie bringt die vielen Helfer zur Unterstützung für die wenigen Seher. Immer bestätigt sich das Gesetz: im Abstieg entsteht Differenzierung. Zwei oder drei erahnen den Plan intuitiv; dann wird mit dem Rhythmus, den sie mit ihren Gedanken in Bewegung setzen, der Stoff der Mentalebene zur Tätigkeit angeregt; nun greifen Denker die Idee auf. Das zu lernen ist nicht so einfach und es ist schwer auszuführen, aber die Belohnung ist gross. Für jene, die ringen, streben und ausharren, ist die Freude doppelt, wenn sich die Verwirklichung einstellt. Ihr werdet die Freude des Gegensatzes erleben, denn da ihr die dunkle Vergangenheit kennt, werdet ihr im Licht des Genusses schwelgen; die Freude geprüfter und erprobter Gemeinschaft wird euch erfüllen, denn die Jahre werden euch bewiesen haben, wer eure erwählten Gefährten sind, und aus der Gemeinsamkeit des Leidens wird das stärkende Band erwachsen; die Freude des Friedens nach dem Sieg wird euch erfüllen, denn für den müden Kämpfer sind die Früchte [369] des Erfolges und der Ruhe doppelt süss; ihr werdet die Freude erleben, an dem Plan der Meister teilzuhaben, und alles ist gut, was euch eng mit ihnen verbindet; ihr werdet die Freude erleben, dass ihr mitgeholfen habt, eine notleidende Welt zu trösten, dass ihr verdunkelten Seelen Licht gebracht und die alten Übel des weltweiten Elends bis zu einem gewissen Grad geheilt habt; in dem Bewusstsein, seine Tage wohl genutzt zu haben, und in der Dankbarkeit der erretteten Seelen erlebt man die allertiefste Freude, die ein Meister kennt, wenn er als Werkzeug beitragen kann, einen Bruder auf der Leiter ein wenig höher zu heben. Das ist die Freude, die vor euch allen liegt - und sie ist gar nicht mehr so weit entfernt. Arbeitet also, nicht wegen der Freude, sondern hin zu ihr; nicht um der Belohnung willen, sondern aus dem inneren Bedürfnis zu helfen; nicht um Dankbarkeit willen, sondern aus dem Drang heraus, der entsteht, wenn ihr die geistige Vision erschaut und wenn ihr erkannt habt, welche Rolle ihr spielen müsst, um diese Vision zur Erde herabzubringen. Es ist nützlich, zwischen physischem Glücksgefühl, seelischer Freude und der Seligkeit zu unterscheiden: Erstens: das Glücksgefühl hat seinen Sitz in der Sphäre der Emotionen, und ist eine Reaktion der Persönlichkeit. Zweitens: die Freude ist eine Qualität der Seele und wird im Denken erkannt, wenn die innere Harmonie zustande kommt. Drittens: Die Seligkeit ist das Wesen des Geistes; Spekulationen darüber sind fruchtlos, solange die Seele ihr Einssein mit dem Vater noch nicht verwirklicht hat. Dieser Verwirklichung geht ein Stadium voraus, in dem das persönliche Selbst eins wird mit der Seele. Deshalb sind Vermutungen und Untersuchungen über das Wesen der Seligkeit nutzlos für den Durchschnittsmenschen, dessen Vorstellungen und Bezeichnungsweisen zwangsläufig persönlicher Art sind und sich auf die Sinnenwelt beziehen. Meint der Aspirant sein Glücksgefühl oder seine Freude? Meint er das letztere, so muss es eine Wirkung des Gruppenbewusstseins, der Gruppensolidarität sein, des Einssein mit allen Wesen, und es darf demnach nicht im Sinn äusseren Glückes ausgelegt werden. Das Glücksgefühl stellt sich ein, wenn die Persönlichkeit auf jene Zustände stösst, die irgendeinen Teil der niederen Natur befriedigen; es entsteht infolge physischen Wohlergehens, aus der Zufriedenheit mit der Umwelt [370] oder den Umwelts-Persönlichkeiten oder aus der Befriedigung über mentale Gelegenheiten und Kontakte. Das Glücksgefühl ist das Ziel des abgesonderten Ich's. Wenn wir jedoch versuchen, als Seelen zu leben, dann wird die Zufriedenheit des niederen Menschen belanglos; wir finden dann Freude in unseren Gruppenbeziehungen und in der Herstellung solcher Bedingungen, die den Seelen derer eine bessere Wesensäusserung gestatten, mit denen wir in Kontakt kommen. Dieses Beglücken anderer durch Freude, um Bedingungen zu schaffen, unter denen sie sich besser entfalten können, hat unter Umständen auch eine physische Wirkung, wenn wir versuchen, ihre materielle Situation zu verbessern - oder vielleicht eine emotionelle Wirkung, wenn unsere Gegenwart ihnen Frieden und Aufschwung bringt oder ein intellektuelles Ergebnis, wenn wir sie zu Gedankenklarheit und geistigem Verstehen anregen. Aber die Wirkung auf uns selbst ist Freude, denn unser Handeln war selbstlos, uneigennützig und nicht von den Umständen des Aspiranten oder seiner weltlichen Stellung abhängig. Notwendigerweise geht viel Glücksgefühl verloren, wenn sich schlechte Gesundheit drückend bemerkbar macht, wenn die Umwelt schwierig ist und das «in vielen Wiedergeburten angehäufte Karma» den Menschen niederdrückt oder wenn die Sorgen um Familie, Volk oder Rasse auf der feinfühligen Persönlichkeit lasten. Das Glück der Jugend oder die egozentrische Zufriedenheit des selbstsüchtigen, abgesonderten Menschen (der sich hinter dem Schild seiner schützenden Wünsche verbirgt) darf nicht mit Freude verwechselt werden. Es ist ein Gemeinplatz wie auch ein okkultes Paradoxon, wenn man sagt, dass man auch inmitten tiefsten persönlichen Leides und Unglücks die Freude der Seele erfahren und spüren kann. Das ist jedoch der Fall und danach muss der Schüler streben. Einige Menschen sind glücklich, weil sie ihre Augen vor der Wahrheit verschliessen oder in Selbsthypnose leben und sich hinter Illusionen verstecken. Aber der Aspirant hat häufig das Stadium erreicht, wo seine Augen weit offen sind; er hat gelernt, sich selbst die Wahrheit zu sagen, und er hat keine trennende Wand zwischen sich und [371] anderen errichtet. Er ist wach und lebendig; er ist feinfühlig und leidet häufig. Er grübelt darüber nach, warum das, was die Welt Glück und Frieden nennt, ihn verlassen hat, und er fragt sich, was daraus werden soll. Wir, die wir auf der inneren Seite wachen und leiten, beobachten mit liebevoller Sorge euch alle, die ihr euch müht und strebt im Gewühl des Kampfes. Wir sind wie der Generalstab des Hauptquartiers, der dem Verlauf des Kampfes von einer sicheren Anhöhe aus folgt. In unserer Sicherheit liegt letztlich auch für euch der Erfolg, denn wir halten die Lösung vieler Probleme in Händen, und diese Lösung wenden wir an, wenn die Schlacht ungünstig ausgehen will. Ich möchte, dass ihr euch stets an etwas erinnert, was von ausserordentlicher Wichtigkeit ist. Es ist die Feststellung, dass in der Zerstörung der Form das Geheimnis aller Evolution verborgen liegt. Denkt nicht, dass dies eine Binsenwahrheit ist. Ihr werdet sie in ständiger Anwendung erleben und müsst darauf vorbereitet sein, das sie sich kundtut. Die Meister benutzen die Form bis zum Äussersten. Sie versuchen, durch sie zu wirken, indem sie das Leben in begrenzende Wände einkerkern, und zwar gerade so lange, als es zweckdienlich ist und die Menschheit durch diese Form unterwiesen wird. Dann kommt die Zeit, da die Form nicht länger dem beabsichtigten Zweck dient, da das Gefüge abnimmt und zerfällt, sich verhärtet und leicht zerstörbar wird. Seine Vernichtung wird dann eine Sache von grösstem Interesse und grösstem Nutzen, und es vergeht, während eine neue Form an seine Stelle tritt. Gebt acht und seht, ob dies nicht zutrifft. Immer wird zuerst die Form gebildet, immer wird sie so lange als möglich benutzt, immer wird sie dann zerstört, wenn sie hindert und das sich ausdehnende Licht einengt, und immer folgt danach der schnelle Wiederaufbau einer neuen Form. Das ist stets die Methode gewesen seit dem Anfang des Äons. In der Frühzeit des Menschengeschlechtes hielten die Formen eine lange Zeit hindurch. Die Evolution schritt langsamer voran; aber jetzt hat die Form - bei der aufsteigenden Tendenz aller Dinge - nur eine kurze Dauer. Sie lebt eine kurze Zeitlang kraftvoll; sie regt sich mit Schnelligkeit, und dann folgt ihr eine andere Form. Diese Schnelligkeit wird noch zunehmen und nicht abnehmen, und [372] zwar in dem Mass, in dem das Bewusstsein oder die innere Erweiterung des Menschheitslebens in einem rascheren und leichteren Rhythmus schwingt. Es ist ferner notwendig, dass ihr zu folgender Erkenntnis gelangt: eines der Hauptziele, um das sich diejenigen bemühen, die ihr die Älteren Brüder der Menschheit nennt, ist es, den Ätherkörper anzuregen, zu läutern und harmonisch anzupassen. Dieser Ätherkörper ist nicht nur der Übermittler des Prana, sondern er ist auch das Medium für alle jene Energien, die wir in unsere Betrachtung einbeziehen. Seine Bedeutung liegt auch in anderen Richtungen: a. Da er tatsächlich aus physischem Stoff besteht, ist das ätherische Bewusstsein für die Menschheit der nächste Schritt vorwärts. Das wird sich zuerst als die Fähigkeit kundtun, ätherisch zu sehen und ätherischen Stoff zu erkennen. b. Er ist das Forschungsgebiet, das den modernen Wissenschaftlern unmittelbar bevorsteht. In zehn Jahren werden ihn viele Mediziner als eine Naturtatsache anerkennen. |
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Last updated Saturday, February 14, 1998 © 1998 Netnews Association. All rights reserved. |