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Eine Abhandlung über Weisse Magie, Seite 136 ff. (engl.) |
Wahrnehmung in der Vergangenheit, und die Schuld hierfür ist hauptsächlich bei
den Mystikern der Welt zu suchen und weniger bei den niederen Aspiranten. Die
Schwierigkeit lag nicht in einem Mangel an Idealismus oder gar in dem Mangel an
Intelligenz und Aufrichtigkeit; sie besteht vielmehr darin, dass man es nicht
fertig bringt, jederzeit die Persönlichkeit zu opfern, damit die intuitive
Erkenntnis sich in ihrer Realität kundtun kann. Es wurden Kompromisse geduldet
und in der okkulten Welt sind Kompromisse verboten. Wenn man ihnen nachgibt, ist
Unglück die Folge, und die Persönlichkeiten, die sich dafür hergeben, werden
schliesslich durch Vernichtung [137] und Sturm hinweggefegt. Die Menschen haben
versucht, die Wahrheit der Stunde anzupassen anstatt die Stunde der Wahrheit,
und sie waren mit diplomatischem Geschick bemüht, nur so viel von der
Wirklichkeit zustande zu bringen, als ihnen gut dünkte. Die Meister aber suchen
nach jenen, die eine klare Vision haben, unnachgiebig an der einmal erkannten
Wahrheit festhalten und die Fähigkeit besitzen, beharrlich zum Ideal hin
vorwärts zu schreiten. Dazu gehört folgendes:
1. Man muss das Ideal durch Meditation erkennen. 2. Man muss es durch Zielbewusstheit auf die Gegenwart anwenden. 3. Man muss alte, hinderliche Gedankenformen durch Selbstopferung beseitigen. 4. Man muss jeden Kompromiss ablehnen, da man klare Schau besitzt. 5. Man muss ein Unterscheidungsvermögen entwickeln, das den Jünger befähigt, stets zwischen den Taten eines Menschen und dem Menschen selbst zu unterscheiden. 6. Man muss erkennen, dass es im okkulten Wirken nicht erlaubt ist, in persönliches Karma einzugreifen, ebensowenig wie es gestattet ist, jemanden vor den Folgen einer Handlung zu schützen. Deshalb muss man es auch ablehnen, sich in irgendjemandes Angelegenheiten einzumischen, das heisst, was das persönliche Leben betrifft; jedoch darf man sich andererseits nicht von der grösseren Sache oder Pflicht drücken. Es ist wesentlich, dass die Helfer unterscheiden lernen zwischen den Faktoren, welche die persönliche Freiheit fördern und jenen, die der Gruppenfreiheit abträglich sind. Das vierte Ergebnis, das durch die gegenwärtige Arbeitsgelegenheit erreicht werden sollte, ist die Einführung des neuen Zyklus und die Schaffung der neuen Gruppe von Mitarbeitern. Im Neuen Zeitalter werden Mitarbeiter aus allen Gruppen herangezogen werden, und der Prüfstein für ihre Wahl liegt hauptsächlich in dem Mass an Unpersönlichkeit, mit dem sie arbeiten, und in der Stärke ihres [138] inneren Kontaktes mit der Seele. Es ist deshalb für euch alle, die ihr mitten im Rauch und Lärm des Kampfes steht, nicht leicht, die Ergebnisse mit Genauigkeit abzuschätzen oder die Menschen völlig gerecht zu beurteilen. Diese Dinge müssen auf den inneren Ebenen behandelt werden und werden von den wachsamen Menschheitsführern bemerkt und beachtet. Ich möchte hier kurz auf einige Dinge hinweisen, nach denen die Grossen ausschauen. Sie überzeugen sich, ob die innere Flamme, die auflodert, wenn man sich bemüht, weise zu arbeiten, zu denken und zu handeln, mit zunehmendem Glanz brennt; sie beobachten, ob sie verborgen und dunkel bleibt durch den Wirbel astraler Strömungen und durch Gedankenformen persönlicher Feindschaft, des Ehrgeizes und Neides. Infolge ihrer Weltarbeit werden einige Menschen in engere Verbindung mit dem Werk der Hierarchie gebracht und andere zeitweise zurückgesetzt. Die Fähigkeit, die Astralnatur zu beherrschen und von mentalen Ebenen aus zu wirken, wird hoch angerechnet. Sie beobachten, wer um eines Prinzips willen mit Persönlichkeiten ringen und kämpfen und doch das Bindeglied der Liebe unversehrt erhalten kann. Das zählt vielleicht mehr, als die Menschen sich klar machen, und ein Mensch, der zu einem Prinzip steht und doch alle menschlichen Wesen liebt, der sich weigert, Kompromisse zu schliessen und doch den Hass ablehnt, hat etwas zu bieten, was heute selten ist, und die Grossen können ihn verwenden. Achtet deshalb, ihr alle, die ihr arbeitet, darauf, dass ihr mit klarer Schau, rechtschaffener Absicht und festem, unentwegtem Handeln euch vorwärts kämpft. Achtet darauf, dass ihr mit Geduld und Nachsicht jene eurer Brüder behandelt, welche die kleineren Prinzipien und das kleinere Recht wählen, die das Wohl der Gruppe ihrem eigenen persönlichen Vorteil opfern und unwürdige Methoden anwenden. Lasst ihnen Liebe und Obsorge zukommen und reicht ihnen eine hilfsbereite Hand, denn sie werden auf dem Wege straucheln und die Tiefe des Gesetzes erfahren. Steht bereit, um sie dann emporzuheben und ihnen Gelegenheit zum Dienst zu bieten in dem Wissen, dass Dienst der grosse Heiler und Lehrer ist. Die Grossen beobachten weiter, ob Biegsamkeit und Anpassungsfähigkeit [139] zum Vorschein kommen, jene Gabe der Anpassung, die eines der grundlegenden Gattungsgesetze ist, welche die Natur so wunderbar dartut. Die Übertragung dieses Gesetzes auf die inneren Ebenen und dessen Durchführung im neuen Zyklus des Bemühens muss unternommen werden. Dieses Gesetz der Anpassung bringt mit sich die Anerkennung der Bedürfnisse, die Erkenntnis der mit dem neuen Zyklus einströmenden Kraft und demzufolge das Zusammenführen von Bedürfnis und Kraft in umfassender Synthese, wobei das persönliche Selbst einfach als Brennpunkt für Handeln und Umwandlung betrachtet wird. Es bringt mit sich die Umwandlung der fünf Sinne und ihre Erweiterung auf die feineren Ebenen hin, so dass Gesicht, Gehör, Gefühl, Geruch und Geschmack verschmolzen werden in ein synthetisch zusammenwirkendes Ganzes zum Nutzen für das grosse Werk. Auf der physischen Ebene streben diese Sinne nach der Vereinheitlichung des persönlichen Lebens und nach der Anpassung der physischen Welt an die Bedürfnisse des persönlichen Selbstes. Auf den feineren Ebenen müssen sie umgewandelt werden, bis sie den Bedürfnissen der Gruppe angepasst sind, zu der ja die Einzelformen nur als Bruchteile gehören. Die Fähigkeit dazu ist eines der Dinge, nach denen die Grossen bei jenen Menschen Ausschau halten, deren Vorrecht es sein könnte, das Neue Zeitalter einzuleiten. Vor allem aber suchen Sie nach einem erweiterten Kanal von der Seele, über das Denkvermögen, zum physischen Gehirn. Ein solcher erweiterter Kanal zeigt an, dass ein Mensch brauchbar ist. Man könnte es beinahe so ausdrücken: Sie suchen nach der Vervollkommnung der Antahkarana, dem Verbindungskanal zwischen dem Seelenbewusstsein und dem Gehirn; wer diesen Kanal besitzt, kann von den Meistern mit Erfolg verwendet werden. Bei der Wahl ihrer Mitarbeiter lassen Sie sich von deren persönlich erworbener Fassungskraft und von deren selbst und schwer erarbeiteten Leistungsfähigkeit leiten. Wenn Fassungskraft, Leistungsfähigkeit und Gewandtheit vorhanden sind, dann verwenden die Meister mit Freude einen solchen Menschen. Zeitweilig wurde das Gegenteil hiervon [140] gelehrt und ein falscher Standpunkt überbetont. Die Meister dürfen nicht gesucht werden, weil ein Mensch nach Fassungskraft strebt. Sie werden gefunden werden, wenn ein Mensch sich Fassungskraft erworben hat, eine Fähigkeit, die ihn für Gruppenarbeit verwendbar macht und die unter sorgfältiger Anleitung auf die höheren Seelenkräfte erweitert werden kann. Die Führerschaft in Gruppen, welche die Arbeit des Neuen Zeitalters bestimmen, wird aus der strengen Schulung des Einzelmenschen erwachsen, und man wird die Führer unter jenen finden, welche die inneren Dinge spüren. Dauernde Führerschaft ergibt sich weder bei denen, die nach äusserer Stellung und Macht streben, noch bei jenen, die ihr Augenmerk nur auf äussere Zustände richten und die darunter liegenden Ursachen übersehen. Führerschaft fällt nicht jenen zu, die ihr persönliches Selbst und ihre Stellung und Macht über das Wohl der Gruppe stellen. Sie bleibt auf die Dauer nur jenen vorbehalten, die nichts für ihr abgesondertes Selbst suchen, sondern sich selbst vergessen zum Wohle des Ganzen. Wir wollen die Betrachtung des OM wieder aufnehmen. Der heilige Ton oder das heilige Wort hat, wenn es richtig gebraucht wird, verschiedene Wirkungen, die wir hier anführen könnten. Wenn das OM mit zielgerichtetem Gedanken erklingt, dann wirkt es als Unruhestifter, als eine Kraft, die den groben Stoff des Gedanken- und Empfindungskörpers und des physischen Leibes lockert. Wenn man es jedoch mit intensivem geistigem Streben erklingen lässt, wirkt es als Anziehungskraft und sammelt Teilchen reiner Materie, um damit die vorher ausgeschiedenen zu ersetzen. Studierende sollten sich bemühen, diese beiden Wirkungsweisen wohl zu beachten, wenn sie das WORT in ihrer Meditation gebrauchen. Diese Nutzanwendung des WORTES hat praktischen Wert und führt zum Aufbau guter Körper zum Gebrauch der Seele. Die Anwendung des OM dient ausserdem dazu, den Grossen auf den universalen Ebenen und jenen Mitarbeitern in der äusseren Welt, die mit geistiger Wahrnehmung begabt sind, anzuzeigen, dass ein Jünger für die Arbeit bereit steht und auf der Erde dort aktiv verwendet werden kann, wo es notwendig ist. Dies sollte von [141] allen Aspiranten bedacht werden und als Antrieb dienen, um das äussere Erscheinungsleben mit den geistigen Impulsen in Übereinstimmung zu bringen. Der Gebrauch des Heiligen Wortes hat auch in dem magischen Werk der Hierarchie seinen Platz. Es werden Gedankenformen zur Einkleidung von Ideen erschaffen, und diese verkörperten Gedankenformen werden ausgesandt, um das Denken jener Jünger zu erreichen, die in der Gruppe eines Meisters für die Förderung des Planes verantwortlich sind. Mit Hilfe der ausgebildeten Empfänglichkeit des entwickelten und beherrschten Mentalkörpers nehmen die Aspiranten die Ideen wahr, welche die Meister von der Ebene des universalen Denkens heranbringen, und darum ist es ihnen möglich, einsichtsvoll mitzuarbeiten. Wie diese Regel zu zeigen versucht, schaffen sie ihrerseits Gedankenformen von jenen Ideen, die sie empfangen haben, und benutzen sie in ihren Gruppen zur Hilfe für die Welt. Die Hauptarbeit eines Jüngers auf der Mentalebene besteht darin, sich für vier Dinge zu schulen, nämlich: 1. Aufnahmebereit zu werden für das Denken des Meisters. 2. Ein richtiges, intuitives Erfassen jener Gedanken sorgsam zu pflegen, die ihm vom Meister zugesandt werden. 3. Diese empfangenen Gedanken in eine Form einzukleiden, die für jene geeignet ist, denen zu helfen er verpflichtet ist. 4. Durch Ton, Licht und Schwingung seine Gedankenform, die so viel vom universalen Denken verkörpert, als wünschenswert ist, so zu aktivieren, dass andere Denker damit in Kontakt kommen können. So werden Gruppen gesammelt, organisiert, belehrt und erhoben, und so kann die Hierarchie der Adepten die Welt erreichen. Es gibt natürlich noch andere Anwendungsmöglichkeiten, aber wenn der Schüler über diese drei nachdenkt, schafft er die Basis dafür, dass ihm später weitere Möglichkeiten eröffnet werden. Ich möchte [142] hier hinzufügen, dass der Ton nur dann wirklich Macht hat, wenn der Jünger gelernt hat, die geringeren Töne unterzuordnen. Nur wenn die Laute, die er normalerweise in den drei Welten aussendet, sowohl an Umfang und Aktivität als auch an Quantität vermindert werden, ist es möglich, dass der TON vernommen wird und seinen Zweck erfüllt. Nur wenn die Vielzahl der gesprochenen Worte verringert und in der Rede Stille gepflegt wird, ist es dem WORT möglich, seine Macht auf der physischen Ebene spürbar werden zu lassen. Nur wenn die vielen Stimmen der niederen Natur und unserer Umwelt zum Schweigen gebracht sind, wird die «Stimme, die in der Stille spricht», sich bemerkbar machen. Nur wenn das Rauschen der vielen Gewässer durch Regulierung der Empfindungen erstirbt, kann man den klaren Ton des Gottes der Wasser vernehmen. Die Menschen machen sich selten die Macht eines Wortes klar und doch heisst es: «Im Anfang war das Wort und das Wort war Gott. Alle Dinge sind durch Dasselbe gemacht und ohne Dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist». Wenn wir so diese Worte lesen, geht unser Denken zurück bis in die Dämmerung des Schöpfungsvorganges, als mit Hilfe des Tones «Gott sprach und die Welten gemacht wurden». Es wurde gesagt: «Die Haupttriebkraft, durch die das Rad der Natur in die Richtung der Erscheinungswelt bewegt wird, ist der Ton»; denn der ursprüngliche Ton oder das Ur-Wort versetzt die Materie, aus der alle Formen erschaffen sind, in Schwingung und leitet jene Tätigkeit ein, die selbst für das Substanzatom charakteristisch ist Die Literatur und die heiligen Schriften aller alten Völker und der grossen Religionen legen Zeugnis ab für die Kraft und Wirksamkeit des Tones, da er all das hervorbringt, was greifbar und sichtbar ist. Die Hindus sagen sehr schön: «Der Grosse Sänger erbaute die Welten, und das Universum ist Sein Gesang.» Das ist eine andere Ausdrucksweise für denselben Gedanken. Wenn man das klar erkennt und die Wissenschaftlichkeit dieser Vorstellung einigermassen versteht, dann wird die Bedeutung unserer eigenen Worte und die lautgewordene Sprache ein beinahe folgenschweres Ereignis. Der Laut oder die Sprache und der Gebrauch von Worten ist [143] von den alten Philosophen (und immer mehr auch von den modernen Denkern) als das höchste Mittel betrachtet worden, das vom Menschen benutzt wird, um sich selbst und seine Umwelt zu formen. Gedanke, Sprache und die daraus folgende Tätigkeit auf der physischen Ebene vervollständigen die Dreiheit, die einen Menschen zu dem macht, was er ist, und ihn an den Platz stellt, wo er sich befindet. Der Zweck allen Sprechens ist der, Gedanken in Worte zu kleiden, um sie anderen mitteilen zu können. Wenn wir sprechen, rufen wir einen Gedanken hervor, machen ihn verfügbar und geben dem, was in uns verborgen ist, hörbaren Ausdruck. Die Sprache enthüllt, und rechtes Sprechen kann eine Form mit wohltätigem Zweck erschaffen, gerade so wie schlechtes Reden eine Form hervorbringt, die ein bösartiges Ziel hat. Und dennoch reden wir unaufhörlich und unverantwortlich, Tag für Tag, ohne uns das klar zu machen; wir gebrauchen Worte; wir |
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Last updated Saturday, February 14, 1998 © 1998 Netnews Association. All rights reserved. |