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Eine Abhandlung über Weisse Magie, Seite 130 ff. (engl.)
inneren Leben und ungestört durch den Aufruhr an der Oberfläche. Könntet ihr es nur sehen: die Unruhe und Schwierigkeit an allen Enden bringt ein Gutes mit sich, welches das scheinbare Böse bei weitem überwiegt. Es finden Seelen zu sich selbst und lernen, sich auf den inneren Führer zu verlassen. Wenn alle äusseren Stützen versagen und die scheinbaren Autoritäten einander in den von ihnen dargebotenen Lösungen und Erklärungen widersprechen, dann sind die Seelen auf sich selbst angewiesen und lernen, in ihrem Innern zu suchen. Dieser innere Kontakt mit dem höheren Selbst wird in allmählich sich entfaltenden Graden und Stufen offenbar und führt zu jenem Selbstvertrauen und jener inneren Ruhe, die auf der Herrschaft des inneren Gottes ausgebaut sind und deshalb den Menschen zu einem Werkzeug für den Dienst in der Welt machen.

Mehrere Dinge werden demjenigen klar, der in diesem kritischen Zeitpunkt Menschen und Motive sorgfältig und nachdenklich studiert.

Erstens: Idealismus und das Erahnen des Planes für die Menschheit haben eine enge Beziehung zueinander. Idealismus entspricht dem Gedanken, welcher der Schöpfung vorausgeht. Die Fähigkeit zu abstraktem Denken und zur Konzentration auf ein Ideal ist erst jetzt im Entwicklungsstadium, denn diese Fähigkeit schliesst in sich, dass man bestimmte Atome nutzbar macht, Stoff aus den höheren Unterebenen verwendet und fähig ist, die eigene Schwingung mit derjenigen der Grossen in Einklang und Gleichklang zu bringen. Nur wenige Menschen sind wahre Idealisten (obwohl ihre Anzahl zunimmt); nur die kleine Minderheit wendet das konkrete Denkvermögen an, während die Massen völlig von Empfindungen und Gefühlswallungen hin und hergetrieben werden. Die Zeit wird kommen, wo der Intuitionskörper (das buddhische Wesensglied) organisch ausgestattet sein und das höhere geistige Denkvermögen als sein Werkzeug benutzen wird. Wenn dieser Organisationsprozess vollendet ist, wird das niedere, konkrete Denkvermögen nur noch ein Übermittler und Ausdeuter sein. Selbst das abstrakte und konkrete Denkvermögen wird verdrängt werden und wir werden einfach erleben, wie die Intuition einströmt, die mit Hilfe des Denkstoffes Form annimmt. Wir werden dadurch vieles erfassen können, was jetzt für unsere Schau auf niederer Ebene unbegreiflich ist.

In allen grossen Bewegungen findet ihr einen oder [131] eine Anzahl von Gedanken, die von der Grossen Weissen Bruderschaft in das Denken der sogenannten Idealisten eingesenkt worden sind. Die Idee ist von ihnen ausgesandt. Sie wählen einen Menschen oder eine Gruppe von Menschen und giessen eine Idee in deren Denken. Dort keimt sie und wird von diesen in andere Gedanken eingekleidet, die nicht so rein und weise, sondern notwendigerweise gefärbt sind durch die Individualität des Denkers. Diese Gedankenformen werden ihrerseits von den konkreten Denkern der Welt, welche die Idee in ihren Hauptumrissen erfassen, aufgenommen, kristallisiert und in eine deutlichere Form gebracht, die von der Allgemeinheit leichter begriffen wird. Sie hat jetzt die niederen Bezirke der Mentalebene erreicht, und eine weitere Entwicklung wird möglich. Sie wird nun von jenen als wünschenswert aufgegriffen, die auf der Astralebene konzentriert sind; sie spricht sie gefühlsmässig an, so dass sie zur öffentlichen Meinung wird. So ist sie jetzt praktisch bereit, auf der physischen Ebene Gestalt anzunehmen und wir erleben, wie ein Ideal den Bedürfnissen des physischen Lebens praktisch angepasst wird. Es ist abgeschwächt und angepasst worden, hat viel von seiner ursprünglichen Schönheit verloren und ist nicht mehr so rein und vortrefflich, als wie es zuerst wahrgenommen worden war; die ursprüngliche Form ist verzerrt, aber trotzdem ist es tauglicher für die allgemeine Verwendung und kann eine Stufe zu höheren Dingen werden.

Zweitens: Bei diesem Erahnen des Planes und seiner späteren Verwirklichung sind menschliche Wesen beteiligt, und zwangsläufig müssen dafür Menschen eingesetzt werden. Es wird eine Vision von den ungeheuren Möglichkeiten und es werden Andeutungen gegeben über die Art, wie diese Möglichkeiten zu Tatsachen werden können, aber darüber hinaus gehen die Grossen nicht. Die Einzelheiten und die Methode der Formbildung des Ideals und die dafür nötige Arbeit ist den Menschensöhnen überlassen. Dem Jünger, der ein Organisator und Übermittler des Planes ist, fällt die Aufgabe zu, die Einzelheiten auszuarbeiten und die notwendigen Massnahmen zu ergreifen. Es ist für ihn weise, an diesem Punkt daran zu denken, dass [132] er (mit seinen kleinen Plänen) unter demselben Gesetz steht wie die Grossen bei ihren umfassenden Bemühungen, und dass eben durch seinen Umgang mit Menschen und infolge der verschiedenen menschlichen Eigenschaften die Schwierigkeiten entstehen.

Die für einen Einsatz verfügbaren Menschen gliedern sich in drei Gruppen:

a. Jene, die den Plan erahnen können und beauftragt sind, ihn auszuarbeiten.

b. Jene, die zwar verwendet werden können, die aber für die grösseren Dinge blind sind.

c. Jene, die nur für das empfänglich sind, was ihre eigenen, selbstsüchtigen Interessen betrifft.

Mit der ersten Gruppe können die Meister Kontakt gewinnen. Sie arbeiten mit diesen Einheiten der menschlichen Familie und rechnen mit einem wenigstens durchschnittlichen Erfolg. Die Menschen dieser Gruppe hören den Ton und erschauen den Plan. Die zweite Gruppe muss so gut wie irgend möglich von den Jüngern der Welt benutzt werden. Die letzte Gruppe muss vom Energiestandpunkt aus häufig ausgeschaltet werden und wird nur im Notfall verwendet.

Eine der wichtigsten Bedingungen für den Jünger, der den Plan verspüren und für den Meister brauchbar werden will, ist die Einsamkeit. In der Einsamkeit erblüht die Rose der Seele, in der Einsamkeit kann das göttliche Selbst sprechen; in der Einsamkeit können die Fähigkeiten und Gnadenkräfte des höheren Selbstes in der Persönlichkeit Wurzel fassen und aufblühen. In der Einsamkeit kann auch der Meister sich nähern und in die friedlich-stille Seele das Wissen einsenken, das Er mitteilen möchte, die Lektion, die gelernt, die Methode und den Arbeitsplan, die vom Jünger erfasst werden müssen. In der Einsamkeit hört man den Ton. Die Grossen müssen durch menschliche Werkzeuge wirken, und der Plan und die geistige Schau werden sehr behindert durch ein Versagen dieser Instrumente.

Drittens: Das bringt mich zu dem dritten Punkt: Es sind die Probleme und Schwierigkeiten, mit denen die Meister zu ringen haben, wenn Sie versuchen, die Evolutionspläne durch die Menschensöhne zu fördern. In geheimer Versammlung machen sie ihre Pläne; mit [133] weiser Beurteilung und nach gebührender Erörterung verteilen Sie die Aufgaben; dann versuchen Sie jenen, die sich für den Dienst zur Verfügung stellen und ein gewisses Mass an Seelenkontakt besitzen, so viel als möglich von dem Plan mitzuteilen. Sie prägen den Plan und einige Vorschläge über dessen Wirkungsbereich dem Denken irgendeines Mannes oder einer Frau auf der physischen Ebene ein. Wenn dieses Denkvermögen unstet oder übersättigt, von Stolz, Verzweiflung oder Minderwertigkeitskomplexen erfüllt ist, dringt die Vision nicht mit klaren Umrissen durch; wenn der Emotionalkörper heftig in einem von der Persönlichkeit verursachten Rhythmus schwingt oder wenn die physische Hülle leidend ist und dadurch eine konzentrierte Aufmerksamkeit verhindert wird, was geschieht dann? Dann wird sich der Meister traurig abwenden betrübt über die verlorene Gelegenheit zum Dienst, die sich der Helfer durch eigene Schuld verscherzt hat, und Er wird einen anderen suchen, der den Platz ausfüllt, vielleicht jemanden, der im Grunde nicht so geeignet, aber der einzige ist, der zur Verfügung steht, da der erste ja versagt hat.

Es mag hier nebenbei von Wert sein, die Aspiranten für den Dienst daran zu erinnern, dass ein grosser Teil dessen, was von vielen getan wird, das Ergebnis eitles Übereifers ist; das Werk des Meisters wird dadurch nicht gefördert. Mit weiser Unterscheidung teilt Er die Arbeit zu und auferlegt einem Menschenwesen niemals mehr, als es gehörig erfüllen kann. Er kann Seine Jünger so schulen, und tut es auch, dass es der zuschauenden Welt vorkommt, als ob Er Wunder vollbringe; vergesst jedoch nicht, dass die ungeheure Menge an Arbeit, die von einem brauchbaren Jünger geleistet wird, nur dann möglich ist, wenn dieser die Herrschaft über seine drei Körper gefestigt und die innere Angleichung erreicht hat. Derjenige, der einen beständigen Mentalkörper hat und stark positiv empfänglich für Einwirkungen von oben her ist, gleichzeitig jedoch negativ gegenüber niederen Schwingungen, dessen Astralleib klar, ungefärbt und unbewegt ist, der dazu einen physischen Körper hat mit zuverlässigen Nerven und stetigem Rhythmus (wie ein Schmuckkästchen, schön und doch stark wie Stahl), der wird wie ein Gefäss sein, brauchbar im Dienst des Meisters, ein Mittler, durch den Er ungehindert Seinen Segen über die Welt ausgiessen kann.

Viertens: Es sollte beachtet [134] werden, dass selbst die Grossen beim Entwerfen Ihrer Pläne die mangelnde Wahrnehmung derer auf der physischen Ebene, durch die Sie wirken müssen, weitgehend berücksichtigen müssen. Sie sind behindert und abhängig von Ihren Werkzeugen auf der physischen Ebene und Ihre grösste Sorge ist die von den Menschenmassen des Abendlandes erreichte Evolutionsstufe.

Denkt daran, dass dieser Punkt den Erfolg der Evolution, und nicht ihr Versagen anzeigt; aber da noch viel zu tun bleibt, ist das Werk der Loge oftmals behindert. Die in der heutigen Zeit erreichte Stufe könnte bezeichnet werden als ein Einschwingen aus dem krassen Materialismus der Vergangenheit in ein wachsendes, gründliches Erkennen der unsichtbaren Welten, aber ohne das Gleichgewicht, das aus selbsterrungenem Wissen kommt. Die Kräfte, welche die Denker in Bewegung gesetzt haben, die Wissenschaftler der Welt, die wahrhaft fortschrittlichen, religiösen Menschen, die Spiritualisten, die Christlichen Wissenschaftler, Neugeist-Denker, Theosophen, die modernen Philosophen und die auf anderen Gebieten menschlichen Denkens Tätigen, beeinflussen allmählich und stetig die feineren Körper der Menschheit und bringen sie zu einem Punkt, wo sie anfangen, dreierlei zu erkennen:

a. Die Realität der unsichtbaren Welten.

b. Die furchtbare Macht des Gedankens.

c. Die Notwendigkeit wissenschaftlicher Erkenntnis über diese beiden Dinge.

Fünftens: Gewisse Gefahren sollen hier erwähnt werden, welche die Aspiranten beachten müssen, wenn sie von Nutzen sein wollen:

Sie müssen sich davor hüten, einen Aspekt des Planes oder der geistigen Schau auf Kosten eines anderen zu stark zu betonen.

Sie müssen eine übermässige Gedankenkonzentration auf jenen Teil des Planes, der ihnen persönlich [135] am meisten zusagt, vermeiden.

Sie müssen erkennen, dass die Mitarbeiter nicht imstande sind, den Plan dauernd voranzubringen und friedlich und beharrlich zusammenzuarbeiten. Oft ist Reibung unvermeidlich.

Sie müssen darüber wachen, dass sich kein Eigeninteresse und kein Ehrgeiz einschleicht.

Sie müssen sich vor Übermüdung hüten, die durch zu lange Anstrengung um die Verwirklichung des Planes und infolge angespannten hohen Strebens eintritt.

Sie müssen die Fähigkeit entwickeln, jene zu erkennen, die ihnen zugesandt werden, um ihnen bei ihrer Arbeit zu helfen.

Vor allem müssen sie darauf achten, die Verbindung mit dem höheren Selbst und dem Meister nicht zu verlieren.

Ein weiterer Punkt, der von all denen beachtet werden muss, die versuchen, mit der Grossen Weissen Loge zusammenzuarbeiten, ist, dass das zu lösende Problem vielerlei bezweckt.

Erstens: Indem man den Plan ausführt, arbeitet man gleichzeitig Karma ab. Dieses Karma ist nicht nur individueller noch rein nationaler Natur, sondern ein Teil der Gesamtauswirkung des Weltenkarmas.

Zweitens: Ein weiterer Zweck ist die Vorbereitung eines Dienstinstrumentes im anbrechenden Neuen Zeitalter während der nächsten zweihundert Jahre. Die Zusammenfassung einer Gruppe von Wissenden und Mystikern geht in allen Teilen der Welt und in allen Organisationen stetig vor sich. Dieser Gruppe von Wissenden und Mystikern ist die Gelegenheit geboten, eine Vermittlerschar zu bilden, durch welche die Hierarchie wirken kann und durch welche die Grossen Ihre erleuchteten Gedanken aussenden können. Durch diese Gruppe können Sie auch für die Erhebung der Menschheit (im okkulten Sinn) arbeiten und so die Evolution auf jeder Ebene fördern. Entsprechend dem Widerhall, der sich bei Jüngern, Mystikern und Wissenden in aller Welt zeigt, wird das Neue Zeitalter seinen Einzug halten.

Ich möchte [136] hier ein Wort der Warnung einschalten. Wenn es den Menschen nicht gelingt zu reagieren, sich anzupassen, zu erneuern und zu läutern, wenn sie es nicht fertigbringen, das innere Ohr jenen Stimmen auf den feineren Ebenen zuzuwenden, welche die «Worte der Erneuerung» verkünden, dann könnten die Erneuerungskräfte zuletzt in andere Kanäle übergeleitet werden; demzufolge könnten Gelegenheiten vorenthalten und schliesslich der Gruppe die Mitwirkung im Dienst entzogen werden. Ich möchte hier die Bemerkung über die «Worte der Erneuerung» hervorheben und alle, welche diese Worte ernsthaft hören wollen, bitten, die Einführung zu dem Buch «Der Yogapfad» zu studieren. Bedenkt, dass, wenn die Grossen Ihre Pläne in bezug auf diese sich integrierende Gruppe von Mystikern ändern müssen, diese Gruppe selbst, als ein Ganzes gesehen, die Änderung herbeiführt.

Das dritte Ziel ist die Entwicklung der Intuition und des Unterscheidungsvermögens der Jünger in der Welt sowie ihrer Fähigkeit, die höhere Vision wahrzunehmen und auf Kosten der niederen das Bewusstsein jener höheren Ebene zu erreichen. Sie müssen bedenken, dass das geringere Ziel infolge seiner Nähe in mancher Hinsicht anziehender erscheint und nur durch unendliche Mühe überschritten werden kann. Die Intuition muss in vielen Menschen entwickelt und deren Wertegefühl entsprechend berichtigt sein, ehe diese Gruppe, die das Neue Zeitalter einführen soll, den Anforderungen genügen kann.

Die heutigen Schwierigkeiten liegen weitgehend an der mangelnden intuitiven

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Last updated Saturday, February 14, 1998           © 1998 Netnews Association. All rights reserved.